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„Gelbes Band“ bleibt erhalten

„Gelbes Band“ bleibt erhalten
Am Willy-Brandt-Ring entfernen die Städtischen Betriebe den Bewuchs an den Straßenrändern. Die hierfür entnommenen Narzissen werden anschließend wieder eingepflanzt. FOTO: Daniel Uebber
Derzeit laufen die Pflegearbeiten beim städtischen Grünamt in Viersen auf Hochtouren. Der Extra-Tipp sprach mit Markus Kampe, Fachbereichsleiter der Städtischen Betriebe, über Bäume und Narzissen. Von der Redaktion

Herr Kampe, in den sozialen Netzen werden gefällte Bäume und kahle Stämme auf den städtischen Friedhöfen beklagt. Was steckt dahinter?

Markus Kampe:

Es ist richtig, dass in dieser Saison auf den städtischen Friedhöfen insgesamt 40 Bäume gefällt werden müssen. Diese Fällungen hatten wir Anfang Februar öffentlich angekündigt und interessierten Bürgern angeboten, sich telefonisch über Einzelheiten zu informieren.

Weshalb müssen die Bäume gefällt werden?

Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe: Ein Teil ist schlicht krank. Pilze oder Wurzelschäden sorgen dafür, dass die Bäume nicht erhalten werden können. Die anderen Fällungen gehören zur üblichen Bestandspflege: Schwächere Bäume werden entnommen, damit die stärkeren Bäume besser wachsen können. In diesem Zusammenhang möchte ich auch darauf hinweisen, dass die Entscheidung, ob ein Baum gefällt wird, ausschließlich unter fachlichen Gesichtspunkten getroffen wird. Wenn gegenwärtig immer wieder die These aufkommt, wir würden Bäume fällen, um genügend Hackschnitzel für die vier so befeuerten städtischen Heizungsanlagen zu gewinnen, ist das „höflich formuliert“ nicht zutreffend. Wir nutzen die ohnehin anfallenden Rückschnitte aus Gehölzen, Kronenholz und Stammabschnitte zur Gewinnung von Hackschnitzeln. Alles andere, insbesondere die Verarbeitung von qualitativ hochwertigem Stammholz zu Hackschnitzeln, wäre unwirtschaftlich.

Am Willy-Brandt-Ring wird zurzeit der Bewuchs an den Straßenrändern entfernt, darunter leidet auch das für Viersen typische „gelbe Band“ der Narzissen. Warum mussten die Osterglocken herausgenommen werden, obwohl sie schon kurz vor der Blüte standen?

Die Umwandlung des sogenannten Straßenbegleitgrüns in Rasenflächen basiert auf einem politischen Beschluss. Weil die Pflege von Rasenflächen einfacher ist, wird gespart: ein Beitrag zur Sanierung des städtischen Haushalts. Dass die Pflanzen schon so weit sind in ihrer Entwicklung, ist schlicht dem milden Winter geschuldet, das war bei der langfristigen Planung der jetzt laufenden Maßnahmen so nicht vorhersehbar. Allerdings haben wir das Narzissenband dabei sehr wohl im Auge. Das heißt: So weit möglich, wurden die Zwiebeln vor der maschinellen Bearbeitung der Grünstreifen von Hand entfernt. Sie werden anschließend wieder eingesetzt. Manche werden sogar in diesem Jahr noch blühen, die anderen dann ab 2017 wieder. Das gelbe Band wird sogar erweitert, denn erstmals wird in diesem Jahr der Josefsring Teil des Bands sein.

Noch einmal Bäume: Immer wieder gibt es Klagen in der Öffentlichkeit über durchaus beachtliche Baumfällungen, die nicht angekündigt wurden, obwohl die Stadt doch Transparenz in dieser Frage versprochen hat. Wie kann das passieren?

Tatsächlich kann es in Einzelfällen vorkommen, dass Bäume ohne Ankündigung gefällt werden. Das sind einzelne Exemplare, bei denen sich während der routinemäßigen Prüfung herausstellt, dass ihr Zustand sich so sehr verschlechtert hat, dass sie zu einer Gefahr werden. Ähnliches kann auch nach Stürmen passieren.

In der Regel liegt die Ursache aber schlicht darin, dass es sich nicht um städtische Bäume handelt. Wenn dann beispielsweise die Deutsche Bahn ihre Böschungen frei schneidet oder wie jüngst der Wasser- und Bodenverband Mittlere Niers am Hammer Bach und in anderen Bereich aktiv wird, gerät die Stadt schnell in falschen Verdacht. Hier kann ich nur sagen: Nicht jeder Baum auf dem Gebiet der Stadt Viersen ist auch ein städtischer Baum.

(Report Anzeigenblatt)