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„Blind“ durch die Schule

Viersen. Nina Odenius (27) ist Studentin – und blind. Jetzt hat sie drei Viersener Grundschulen besucht, um dort für die dritten und vierten Klassen einen Vormittag zu gestalten, der die Kinder für die Besonderheiten eines Alltags mit Sehbehinderung oder Blindheit sensibilisiert. Von Christiane Samuel

„Nina ist toll – sie kann nichts sehen, aber gut lesen und schreiben und hat sogar ihr Abitur gemacht.“ Quarat (10) und Jolene (10) sind begeistert. Sie sind Schülerinnen der vierten Klasse an der katholischen Remigiusschule.

Im Rahmen der bundesweiten „Woche des Sehens“ unter Schirmherrschaft der ZDF-Nachrichtenmoderatorin Gundula Gause, wollte Nina Odenius abseits von Faltblättern in Arztpraxen etwas Nachhaltiges zum Thema durchführen. „Kinder sind die Erwachsenen von morgen. Wenn sie also schon früh ein Gefühl dafür bekommen, wie Blinde und Sehbehinderte ihren Alltag gestalten müssen, dann wird der Umgang mit Behinderten für sie auch als Erwachsene selbstverständlicher sein“, ist sich die Studentin sicher.

Diese Erfahrung konnte sie selbst bereits bei einem mehrmonatigen Auslandsaufenthalt in Pisa im Rahmen eines europäischen Projekts für die Sensibilisierung im Umgang mit Blinden machen. „Und die Kinder haben in den letzten Tagen erneut bestätigt, dass sich diese Aufklärungsarbeit lohnt – sie sind interessiert, neugierig, stellen viele Fragen und haben schon nach kürzester Zeit keinerlei Berührungsängste mehr“, betont sie.

Bei einer kurzen Einführung in den Klassen erzählt Nina Odenius von ihrem Alltag.

(Report Anzeigenblatt)