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Erstaufnahme in Viersen
150 Flüchtlinge kommen in die Sporthalle am Ransberg

Viersen. Die Stadt Viersen muss ab morgen, Freitag, 24. Juli, 18 Uhr, 150 Flüchtlinge im Rahmen einer Erstaufnahme unterbringen. Das hat die Bezirksregierung Düsseldorf der Stadt Viersen am gestrigen Mittwoch, 22. Juli, gegen 18 Uhr, nach Büroschluss, mitgeteilt.  Von Daniel Uebber

"Aufgrund des extrem engen Zeitrahmens konnten wir nur eine Turnhalle in Betracht ziehen, um die Menschen unterzubringen. Die Wahl ist auf die Turnhalle am Ransberg gefallen", sagt der Erste Beigeordnete Dr. Paul Schrömbges, der in Abwesenheit des in Urlaub befindlichen Bürgermeisters die Koordination der nun zu treffenden Maßnahmen übernommen hat. 

"Uns so zu informieren ist weder professionell, noch kollegial."

Dr. Paul Schrömbges, Erster Beigeordneter der Stadt Viersen

"Trennwände für die nötige Intimsphäre zu organisieren schaffen wir in der Kürze der Zeit leider nicht", sagt Schrömbges, der vor allem von der Art und Weise der Information durch die Bezirksregierung enttäuscht ist. "Um 17.06 Uhr erreichte die Stadt Viersen ein Fax, um 18 Uhr eine Email im allgemeinen Postfacheingang. Uns so zu informieren halte ich weder für professionell, noch für kollegial. Hätte uns die Nachricht zwei Stunden früher erreicht, hätten wir 15 Stunden mehr Zeit für die Organisation gehabt." 

Viele Einrichtungen helfen kurzfristig mit

Trotzdem läuft diese bereits auf Hochtouren: Ein Messebauunternehmen wird einen Teppich auf dem Boden der Turnhalle verlegen, aus den Notreserven von Stadt und Kreis werden die notwendigen Betten besorgt. Der Wohnmobilstellplatz und Teile des Parkplatzes am Bad Ransberg an der Heesstraße in Dülken mussten kurzfristig und bis auf weiteres gesperrt werden. Hier werden das Gesundheitsamt und das Deutsche Rote Kreuz Zelte für die medizinische Versorgung und die Essensausgabe aufbauen. Das wird geliefert aus der Kantine des Allgemeinen Krankenhauses Viersen. Außerdem sollen zusätzliche Dusch- und WC-Container hier aufgebaut werden. Zudem hat die Stadt einen Wachdienst beauftragt.

Doch auch "eigene Kräfte" packen mit an. Wenn am Freitag die Flüchtlinge ankommen, werden sich Verwaltungsangestellte zunächst um die Menschen kümmern. "Ich bin froh, dass sich trotz der Urlaubszeit viele Mitarbeiter bereit erklärt haben, zu helfen", sagt Schrömbges. 

Stadt sucht nach Alternativen

Die Notunterbringung der Flüchtlinge in der Sporthalle am Ransberg ist zunächst für drei Wochen ausgelegt. "Sollte sich aber herausstellen, dass wir eine längerfristige Unterkunftsmöglichkeit bieten müssen, wollen wir einen alternativen Standort ins Auge fassen. Zu Schulbeginn soll die Halle wieder für den Sport- und Turnunterricht nutzbar sein", sagt Schrömbges. An welche Standorte die Stadt denkt, wollte Schrömbges noch nicht verraten. Da hier aber schon Gespräche liefen, sei bald mit neuen Erkenntnissen zu rechnen. Ebenso rechnet die Stadt damit, dass bis zum Frühjahr nächsten Jahres eine größere und zwei kleinere Flüchtlingsunterkünfte in Viersen benötigt würden, um die Flüchtlinge unterzubringen. Derzeit leben in Viersen rund 500 Flüchtlinge.