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Umgang mit dem Chef üben

Umgang mit dem Chef üben
Acht „Betriebe“ wurden im Pfarrzentrum Die Brücke in Amern aufgebaut. Hier konnten die Jugendlichen erste Erfahrungen für das Berufsleben sammeln. FOTO: Heike Ahlen
Schwalmtal (hei). Wie man sich im Umgang mit dem Chef beträgt, wie man möglichst viel im Praktikum lernt – das konnten 41 Schüler der Europaschule Schwalmtal und des Förderzentrums West jetzt üben. Von Heike Ahlen

„Was mache ich jetzt? Klopfe ich an und gehe rein oder warte ich, bis jemand herauskommt und mich aufruft?“ Die Fragen, die den Jugendlichen auf den Nägeln brennen, sind vielfältig. Das fängt schon vor der Tür an. Ist man erstmal zur Praktikumsstelle vorgedrungen, dann geht es nahtlos weiter.

Um die Jugendlichen auf solche Situationen vorzubereiten, gibt es ein Planspiel zur Ausbildung. Möglich geworden ist das durch die Kooperation verschiedener Jugend-einrichtungen. Das Chilly aus Amern, Doc5 aus Niederkrüchten, Kolibri aus Bracht, BigBass, Streetwork Schwalmtal und der Fachbereich kirchliche Jugendarbeit der Region Kempen-Viersen haben acht „Betriebe“ im Pfarrzentrum „Die Brücke“ in Amern aufgebaut.

Boutique, Gärtnerei, Metallwerkstatt oder auch das Grafikstudio warten auf die Praktikanten. Die haben vorher überlegt, was sie sich zutrauen. Sie mussten eine Selbsteinschätzung abgeben, was sie gut können – und was weniger.

In den „Praktikumsbetrieben“, in denen sie bis zu drei Aufgaben erfüllen, bekommen sie die Rückmeldung, ob sie mit ihrer Einschätzung richtig lagen. Ihre „Chefs“ kennen die Jugendlichen schon lange – als Astrid vom Chilly oder Eric vom BigBass. Statt Astrid steht „Frau Baum“ in der Gärtnerei und gibt Anweisungen. Auch die Jugendlichen werden konsequent gesiezt. Wer seine bunte Praktikumskarte, die die Bewerbungsunterlagen symbolisiert, verliert oder vergisst, der darf zu einem Besuch in die Chefetage kommen. Das ist zunächst einmal unangenehm, aber auch dort geht es human zu, jeder erhält eine zweite Chance.

Auch zur Arbeitsagentur müssen die Mädchen und Jungen mehrmals am Tag. Ihr Eifer dort entscheidet, ob sie am Ende zwei Betriebe sehen und ansonsten viel in der Warteschleife hängen, oder ob sie es schaffen, in sieben oder gar alle acht Betriebe hineinschnuppern zu können.

Am Ende des Tages sind die meisten Jugendlichen zufrieden. Selbst wenn hier am Anfang etwas nicht so gut gelaufen sein sollte, dann haben sie es im Laufe des Tages korrigieren können, um gewappnet zu sein, wenn es im nächsten Schuljahr an Praktikumsplätze in der Realität geht.

(StadtSpiegel)