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Sommernachtstraum beginnt

Sommernachtstraum beginnt
Jörg Staginnus, Brigitte Staginnus und René Groiß (v.l) freuen sich auf den Sommernachtstraum. FOTO: Christiane Samuel
Schwalmtal. Beim „Schwalmtaler Sommernachtstraum 2020“ handelt es sich um ein mehrtägiges Event, dass kulturschaffende und kulturinteressierte Bürger gemeinsam zum 50. Geburtstag der Gemeinde Schwalmtal gestalten – in loser Folge werden die „Mitmacher“ ab sofort hier vorgestellt. Den Beginn machen die „Freunde der Partnerstadt Ganges e.V.“ Von Christiane Samuel

Im Jahre 1985 wurde die Partnerschaft der beiden Städte Schwalmtal und Ganges in Südfrankreich begründet, seit 33 Jahren gibt es daran gekoppelt auch den Verein „Freunde der Partnerstadt Ganges e.V.“ „Wir wollen die seit vielen Jahren gewachsenen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Bürgern beider Städte ausbauen und intensivieren, insbesondere gilt unser Augenmerk der Förderung des Schüler- und Jugendaustauschs“, beschreibt der Verein selbst seine Intention.

Rund 120 Mitglieder zählt er heute und ist Teilorganisator des jährlichen Schüleraustauschs mit der Realschule Waldniel, bei denen jeder Schüler vom Verein eine finanzielle Unterstützung erhält. Auch die gemeinsamen Abschlussabende dieses Austauschs finanziert der Verein und sorgt für die Betreuung und Unterbringung der Gäste aus Ganges. Außerdem werden mehrfach im Jahr Kochabende in der Hauptschule organisiert, es gibt gemeinsame Boulespiele im Kaiserpark, kulturelle Veranstaltungen zum Kennenlernen Frankreichs und der französischen Lebensweise und jedes Jahr einen Stand auf dem Waldnieler Weihnachtsmarkt.

„Wir sind selbst als Eltern auf Ganges aufmerksam geworden – unser Sohn machte 2001 beim Schüleraustausch der hiesigen Realschule mit. Das hat ihm so gut gefallen, dass er nach dem Abitur für ein Jahr nach Frankreich wollte“, erinnert sich Vorsitzender René Groiß. Natürlich hätten die Eltern den Sohn dann während des Auslandsaufenthaltes besucht. „Wir haben uns verliebt in die Herzlichkeit der Menschen, die Landschaft, das Essen und Trinken und natürlich in das gesamte Flair, das dort herrscht – mittlerweile waren wir schon unzählige Male dort“, fährt Renè Groiß fort.

Schriftführerin Brigitte Staginnus hatte schon während der Schulzeit Französisch Leistungskurs. Nach mehrjähriger Pause begann sie wieder mit Französischkursen in Waldniel, als ihre Töchter klein waren. „Ich erfuhr durch meine Französischlehrerin vom Verein und bin einfach bei einem Schüleraustausch als Begleitung mitgefahren – zunächst hat mich die komplett andere Kultur fast etwas überfordert, aber die Freundlichkeit der Menschen hat das innerhalb weniger Stunden aufgefangen, und mittlerweile waren wir auch als Familie schon häufig in Ganges, schlafen noch heute dort in der Privatunterkunft, in der ich beim ersten Mal untergekommen war“, erzählt sie. Ehemann Jörg Staginnus ist Geschäftsführer im Verein und war schnell von der Begeisterung seiner Frau angesteckt. Zuvor sei er auch beruflich häufig in Frankreich gewesen. „Ich mag den europäischen Gedanken der Völkerverständigung und Völkerfreundschaft und denke, wenn man die Möglichkeit hat, Dinge positiv zu bewegen, sollte man sie nutzen – und durch unsere Aufenthalte in Ganges ist mein Französisch mittlerweile so weit, dass zumindest ich mich nach zwei Gläsern Rotwein gut verständige“, sagt er augenzwinkernd.

Etwas positiv bewegen zu können, ganz nach dem Vereinsmotto „Es gibt nichts Gutes, außer – man tut es“ von Erich Kästner, das sei auch sein erster Gedanke gewesen, als er durch die Presse vom „Schwalmtaler Sommernachtstraum 2020“ erfahren habe. „Wir vom Vorstand waren neugierig auf dieses Projekt und freuen uns nun schon sehr darauf, es aktiv mitzugestalten“, betont er. Wie das genau geschehen soll, das lasse man noch offen, denn es gäbe einige Ideen, bei dieser Veranstaltung die Verbindung von Ganges und Schwalmtal zu präsentieren und erfahrbar zu machen. „Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn man in Ganges unserer Einladung für 2020 nach Schwalmtal Folge leisten würde“, betont der Vorstand des Vereins. Und auch neue Mitglieder seien natürlich jederzeit herzlich willkommen.

(StadtSpiegel)