| 13.52 Uhr

Mit dem Rad zum „Kunden“

Mit dem Rad zum „Kunden“
Politesse Sabine Karnath ist jetzt mit dem Pedelec unterwegs FOTO: Ahlen
Schwalmtal. Wenn „Politesse“ Sabine Karnath (49) bei der Arbeit ist, dann lebt sie gesund. Sie ist nämlich mit dem Pedelec unterwegs. Immer an der frischen Luft, bei Wind und Wetter. Rund 1.500 Kilometer hat sie so in den vergangenen zwölf Monaten zurückgelegt. Von Heike Ahlen

1992 haben sie und ihre Kollegin Petra Hoffmann den Dienst bei der Gemeinde Schwalmtal angetreten. Sie sind die „Politessen“ der Gemeinde - oder, wie es eigentlich korrekt heißt - Mitarbeiterinnen zur Überwachung des ruhenden Verkehrs.

Bis vor einem Jahr bedeutete das für Sabine Karnath, im Ortskern von Waldniel oder Amern zu Fuß unterwegs zu sein und für die weiteren Touren ein Auto zu nehmen. Dann aber hat ein Energieversorger der Gemeinde zwei E-Bikes zur Verfügung gestellt, und eins davon nutzt die 49-Jährige jetzt. Das ist nicht nur für sie gesund - es ist tatsächlich auch für die Gemeinde effektiv. „Ich brauche zwar von Waldniel nach Amern etwas länger als früher, aber in den Ortskernen bin ich deutlich schneller unterwegs“, erzählt sie. Und auch unterwegs kann sie mehr sehen. Zum Beispiel, ob eine Parkscheibe in einem Auto liegt, und ob sie korrekt eingestellt ist.

Auch, wenn jemand entgegengesetzt zur Fahrtrichtung parkt, kann sie nun einfach eben anhalten. Mit dem Auto musste sie sich dann einen Parkplatz suchen.

Ihr Hauptarbeitsgebiet sind die Ortskerne von Waldniel und Amern und die Wohngebiete. Und da gibt es viel zu tun. Etliche Autofahrer nehmen die Tatsache, dass man in verkehrsberuhigten Bereichen nur in den eigens markierten Parkflächen stehen darf, nicht ernst. Auch dass das eingeschränkte Halteverbot zwar erlaubt, drei Minuten lang etwas aus dem Wagen aus- oder in den Wagen einzuladen, nicht aber, sich „mal eben“ ein paar Pommes in der Imbissbude zu holen, wissen viele nicht - oder wollen es nicht wissen.

Wirklich ausfallend wird aber kaum ein erwischter Autofahrer. An zwei gravierende Vorfälle in ihrer gesamten Dienstzeit kann sich Sabine Karnath erinnern, an mehr nicht.

Wer erwischt wird, dessen Daten wandern heute gleich elektronisch ins Rathaus. Die Zeiten, an denen am Ventilstand eines Rades kontrolliert wurde, ob ein Auto bewegt worden war, sind vorbei. Heute macht das Smartphone Beweisbilder, per Bluetooth wird der Drucker angesteuert und dann das Knöllchen ausgedruckt.

Ein neuralgischer Punkt ist die Amerner Straße. In der scharfen Kurve vor Edeka parken oftmals Autos. Das ist aber verboten, weil es den Verkehr gefährdet. Hierhin radelt Sabine Karnath regelmäßig – und leider fast immer mit „Erfolg“.

(Report Anzeigenblatt)
Weitere Empfehlungen für Sie!Anzeige