| 08.51 Uhr

Lukas ist aus den USA zurückgekehrt

Schwalmtal. Lukas Hensen war im Rahmen des Parlamentarischen Partnerschaftsprogramm ein Jahr lang in den USA. Jetzt ist der Schwalmtaler zurück in der Heimat. Von der Redaktion

Udo Schiefner staunt jedes Mal: Immer, wenn der SPD-Bundestagsabgeordnete einen jungen Menschen empfängt, der gerade im Rahmen des Parlamentarischen Partnerschafts-Programms (PPP) ein Jahr im Ausland verbracht hat, überkommt ihn die Erkenntnis: „Da kommt ein anderer Mensch zurück als der, der vor gut einem Jahr ins Flugzeug gestiegen ist.“ Das trifft auch auf Lukas Hensen aus Schwalmtal-Amern zu. Der 22-Jährige ist vor kurzem aus Lexington, North Carolina, heimgekehrt. In dem kleinen Städtchen an der Ostküste besuchte Lukas ein College und war zusätzlich berufstätig.

„Das Parlamentarische Partnerschafts-Programm steht nicht nur Schülern offen, sondern auch jungen Menschen, die bereits ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben“, erklärt Schiefner. Lukas hat in Deutschland eine Banklehre absolviert. Morgens ging er zum College, nachmittags stand sein Job an. Nicht bei einer Bank, wie zunächst beabsichtigt. „Ich habe bei einer Kinderbetreuung gearbeitet“, erzählt Hensen. Aus dieser Tätigkeit machte er für sich einen Lebensentwurf, in Deutschland studiert er mittlerweile Englisch und Sozialwissenschaft auf Lehramt.

„Dann hat sich das Jahr ja auf jeden Fall gelohnt“, freut sich sein „Pate“. Hensen war nicht in einer Familie untergebracht, sondern lebte in einer Wohngemeinschaft. Etwas wie Familienanschluss gab es durch eine „friendship family“. In North-Carolina sind die Menschen konservativ: Geladene Waffen im Schlafzimmer der Freundschafts-Familie, völlig andere Werte, Lexington liegt im sogenannten Bibel-Gürtel der USA. „Man lernt, dass Amerika ein total anderes Land ist“, sagt Hensen. Und dann muss ein Thema doch noch auf den Tisch: Donald Trump. „Wie war der Wahlkampf? Wie sah das die Gastfamilie?“ Fragen, die Udo Schiefner umtreiben. „Es ist viel emotionaler als bei uns. Alle haben Schilder im Vorgarten, wen sie wählen. Aber es wird nicht so offen darüber gesprochen“, erläutert der Amerner. Auch seine Freundschafts-Familie habe Trump nicht gut gefunden, aber als republikanische Wähler Hillary Clinton verhindern wollen.

„Für mich ist ja immer entscheidend, ob die Teilnahme am Programm was für die Persönlichkeit gebracht hat“, sagt Udo Schiefner und stellt abschließend fest: „In diesem Fall merkt man das sofort!“ „Ohne das Patenschafts-Programm hätte ich mir das nie erlauben können“, da ist sich der Student sicher.

(StadtSpiegel)
Weitere Empfehlungen für Sie!Anzeige