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Letzte Probe für die große Premiere

Letzte Probe für die große Premiere
Bei Eduard Joebges laufen die Fäden für die Faust-Inszenierung zusammen. FOTO: Christiane Samuel
Waldniel. Der Höhepunkt des Festjahres anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Theater-AG am St. Wolfhelm-Gymnasium in Waldniel rückt mit den Aufführungen von Goethes „Faust“ am 3. und 4. Juni in der Achim-Besgen-Halle und am 1. Juni in der Liebfrauenschule in Mühlhausen immer näher – die letzte Hauptprobe hat bereits gestern stattgefunden. Von Christiane Samuel

Wuselig geht es an diesem Abend in der Achim-Besgen-Halle zu: Kabelgewirr, Leitern, Werkzeug und große Kisten mit technischem Equipment stehen und liegen vor und auf der Bühne, Schauspieler in Kostümen laufen über die Bühne, Kulissen und Accessoires werden hin- und hergetragen, das Gestell für Mephisto vor der Bühne wird festgeschraubt, dunkle Stoffe werden am Bühnenrand befestigt. Dazwischen gibt Eduard Joebges, im Hauptberuf Chefbeleuchter und technischer Oberinspektor am Theater Aachen, Anweisungen an alle fleißigen Helfer beim Aufbau der Technik. Fast alles, was er braucht, befindet sich in den vielen Kisten und Kästen, die er mitgebracht hat.

„Ich bin durch die Theater-AG vor vielen Jahren dazu gekommen, dass ich heute meinen Lebensunterhalt mit meinem Hobby verdienen kann – da ist es für mich als Waldnieler natürlich Ehrensache, mein professionelles Know-How auch heute noch ehrenamtlich bei den Aufführungen der Theater-AG einzusetzen“, sagt er lächelnd. Die Technik dürfe dabei nicht im Vordergrund stehen, sondern solle das Stück und die Schauspieler nur optimal unterstützen, fügt er noch hinzu. Bereits drei Tage lang hat er gemeinsam mit rund acht Personen aus dem Kreis der Aktiven und deren Angehörigen schon Gestelle aufgebaut, verschiedenste Lampen, Verfolger und Scheinwerfer in die Ecken der Aula und über die Bühne gehängt. Damit alles bei den Aufführungen so wird, wie es sich Lothar Lange, Begründer und Leiter der Theater-AG, vorstellt und „auf den Punkt funktioniert“, hat er einen kompliziert aussehenden Technik-Plan erstellt. „Morgen programmieren Lothar und ich dann am Computer alles Stück für Stück und ganz individuell – dafür brauchen wir sicher einen ganzen Tag“, erklärt der Profi. Mitten im geschäftigen Durcheinander erhebt Lothar Lange (mittlerweile ganz in weiß gekleidet, denn er spielt im Stück „Gott“) plötzlich seine sonore Stimme und versammelt alle auf der Bühne: „Heute ist unsere Hauptprobe, also die letzte Gelegenheit, dass wir das Stück gemeinsam so, wie es auf die Bühne kommen wird, durchspielen können – deshalb fangen wir nun pünktlich an!“ Schlagartig wird es ruhig, lauschen alle Beteiligten konzentriert den letzten Tipps und Anweisungen von Regisseur und Techniker. Dann öffnet sich der purpurrote Vorhang, und die erste Szene beginnt: Professionell und textsicher ziehen Mephisto, die Engel und Gott schon heute die Zuschauer in ihren Bann, während Eduard Joebges und seine Helfer mit ihrem Aufbau fortfahren.

(StadtSpiegel)