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Kinderdorfmutter packt an

Kinderdorfmutter packt an
Selbst ist die Frau: Desiree Bührer im Einsatz. FOTO: Samuel
Waldniel. Im Bethanien-Kinderdorf wird es ab August eine neue Kinderdorffamilie geben. Der Extra-Tipp begleitet die Kinderdorfmutter der Gruppe Bucheneck, Desiree Bührer, bei den dafür notwendigen Vorbereitungen. Lesen Sie heute den zweiten Teil. Von Christiane Samuel

Nichts wird dem Zufall überlassen. „Denn hier leben und arbeiten Menschen zusammen. Sie sollen sich wohlfühlen und die Chemie untereinander muss stimmen“, sagt Desiree Bührer, die sich nach ihrer 14-monatigen Zeit als Anwärterin im Kinderdorf nun völlig sicher ist, dass Kinderdorfmutter ihre ganz persönliche Lebensentscheidung ist. Gemeinsam mit Tochter Dorothea (6) freut sich die bislang alleinerziehende Mutter nun auf den Einzug der Kinder. Zuvor musste sie jedoch noch zum ersten Mal in ihrem Leben Bewerbungsgespräche führen. „Es war gar nicht so einfach, in solchen Gesprächen quasi erstmals ’auf der anderen Seite’ zu sitzen“, sagt sie. Zwei Praktikantinnen, eine Haushaltshilfe und eine Erzieherin wurden so gefunden, die Desiree Bührer bei ihrer täglichen Arbeit und im Alltag unterstützen werden. „Mir war es wichtig, dass die Menschen, mit denen wir hier zusammen wohnen, ehrlich sind und diesen Job aus Überzeugung gerne machen“, sagt sie. Nun aber sei das Team komplett, und sie habe ein gutes Gefühl damit. Mit ihrer Erziehungsleitung gemeinsam hat Dorothee Bührer auch schon die ersten Treffen mit ihren „neuen“ Kindern gehabt.

„Wir haben uns immer wieder gefragt, welches Kind zu uns passen würde. Da Dorothea sechs Jahre alt ist, sollte keins der „Geschwisterkinder“ älter sein “, erklärt sie. Sie selbst hat selbstkritisch überlegt, ob sie sich vorstellen könnte, mit diesen Kindern zu arbeiten, aber grundsätzlich habe sie kaum Vorbehalte, könne Kinder einfach sehr schnell ins Herz schließen, sagt sie. So werden nun drei Mädchen und ein Junge bald in der Gruppe Bucheneck ein neues Zuhause finden, die alle zwischen drei und fünf Jahren alt sind. Ein Platz ist noch frei. Künftig werden alle gemeinsam als Familie leben mit allem, was dazu gehört. Alle Kinder sollen hier Liebe, Schutz und Geborgenheit finden – etwas, was in ihrem Leben bislang meist gefehlt hat oder zu wenig vorhanden war. Natürlich ist Dorothea als künftige große Schwester auch schon gespannt auf die neuen Kinder. Sie durfte sich im neuen Zuhause als Erste ihr Zimmer aussuchen. „Ich wusste gleich, dass ich dieses hier will mit den zwei Fenstern“, sagt sie und springt fröhlich auf ihr weißes Hochbett

(Report Anzeigenblatt)