| 16.30 Uhr

Heimatfilm der besonderen Art

Heimatfilm der besonderen Art
Das Gruppenbild ist vor dem ältesten Haus von Waldniel, das am Markt liegt und sich im Besitz der Familie Crisp befindet, entstanden. FOTO: Heike Ahlen
Schwalmtal. Im Rahmen einer Projektwoche am St. Wolfhelm-Gymnasium ist der Grundstein für einen Heimatfilm der Generationen gelegt worden. Von Heike Ahlen

Die Idee zu einem besonderen Projekt hatte Klaus Müller von der Mundartgruppe des Waldnieler Heimatvereins: Eine Begegnung zwischen Schülern und Mundartfreunden. Zwei verschiedene Sichtweisen auf Platt und Hochdeutsch. Die Mitglieder der Mundartgruppe haben den Schülern in St. Michael, am ältesten Haus von Waldniel oder am Weierschtröatsche in ihrer Sprache die Geschichte von Waldniel erzählt. Die Jugendlichen wiederum haben überlegt, was für sie das Waldniel von heute ausmacht. Eisdiele, Dönerbude, Altenheim, Kinderdorf – das und viel mehr steht auf ihrer Liste.

Aus beidem – den Beiträgen der Mundartgruppe und den Interviews der Schüler – entsteht ein Heimatfilm. Einer, der zeigen soll, dass die Gegensätze gar nicht so groß sind. Denn wenn die Jugendlichen über den besten Döner philosophieren, erinnert sich Klaus Müller an Pommes mit Senf für 30 Pfennig bei Mennen-Finni auf dem Markt. Mit Senf habe man die gegessen, weil Mayo oder Ketchup ja extra gekostet hätten – und so eine Insider-Delikatesse marke Waldniel kreiert.

Von Lehrerseite mit von der Partie ist Jens Thissen. „Wir wollen den Kindern bewusst machen, was ihnen gefällt – und warum“, sagt er. Mit Filmen kennt er sich ebenso aus wie einige seiner Schüler, die sogar eigene Ausrüstung mitgebracht haben, um die Low-Budget-Produktion zu unterstützen.

Am Ende ist Klaus Müller sehr glücklich – noch nicht über das Ergebnis, denn das gibt es noch nicht. Ausgewählt und geschnitten werden soll im nächsten Halbjahr in einer Film-AG, damit das fertige Werk zu Weihnachten auf dem Gabentisch der Eltern liegen und vielleicht auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.

Er ist glücklich, weil die Kinder Zugang zur Waldnieler Geschichte und Heimat gefunden haben. Das gibt ihm Hoffnung, dass es weitergeht. „Sie sind schließlich unsere Zukunft, wir brauchen sie.“

(StadtSpiegel)