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Fighting Spirits: Gib dich nicht auf

Fighting Spirits: Gib dich nicht auf
Aus der Musik ziehen die jungen Menschen Kraft und Energie. FOTO: www.fightingspirits.de
Das einzigartige Musikprojekt Fighting Spirits der Kinderonkologie der Uniklinik Düsseldorf gibt kranken und ehemals kranken Kindern und Jugendlichen und ihren Angehörigen die Möglichkeit, gemeinsam mit ehrenamtlichen Musikern Musik zu machen. Von Christiane Samuel

Alexandra Vahlhaus aus Schwalmtal ist Vorsitzende des Fördervereins.

Schwalmtal

Alexandra Vahlhaus ist auch selbst Mutter eines an Krebs erkrankten Kindes. Tochter Alina (19) ist eine von den aktuell 21 Jugendlichen zwischen neun und 22 Jahren der Fighting Spirits. Sie ist seit den Anfängen im Jahr 2010 aktiv dabei. Alina versäumt möglichst keine der wöchentlichen Proben in Düsseldorf, egal, wie es ihr gerade geht.

„Es ist einfach ein tolles Gefühl der Zusammengehörigkeit dort, die gegenseitige Unterstützung, die wir uns geben, ist mit nichts aufzuwiegen – jeder weiß halt, wovon der andere spricht, kann sich in die speziellen Probleme einfühlen“, erzählt die junge Frau, die trotz ihrer schweren Krankheit und der daraus resultierenden Blindheit ihr Abitur gemacht hat. Das Singen und Musizieren habe ihr immer Kraft gegeben, betont sie. Ihr Lieblingslied bei den Konzerten sei „Gib dich nicht auf“ von Xavier Naidoo. „Dieses Lied drückt perfekt aus, was mir das Singen und die Fighting Spirits bedeuten“, sagt sie.

Alina hat gemeinsam mit ihrer gesunden jüngeren Schwester Lucia (15), die ebenfalls bei den Fighting Spirits mitsingt, auch schon selbst einen Songtext für die Gruppe geschrieben. Er trägt den Titel „Bald reißt der Himmel auf“, und die Mädchen haben darin ihre Gefühle der Angst und der Machtlosigkeit, aber auch den Kampfeswillen genau beschrieben.

Und der Geist dieser einzigartigen Truppe aus Musikern und Sängern springt auf das Publikum über, ihre Leidenschaft begeistert immer mehr Menschen - mittlerweile sogar bei Auftritten im Fernsehen (Jose Carreras Show, Carmen Nebel Show).

Das breite Repertoire reicht von eigenen Songs, über gecoverte Balladen bis hin zu kraftvollem Rap. „Es ist einfach wunderbar, dass wir inzwischen nicht nur selbst unglaublich viel Energie aus unserer Musik ziehen, sondern diese auch anderen Betroffenen damit geben können“, freut sich Alina.

Angehörige, Ärzte und Betreuer helfen gemeinsam dabei mit, dass möglichst alle Kinder und Jugendliche die Proben der Fighting Spirits auf dem Klinikgelände in Düsseldorf besuchen können. Geboren wurde die Gruppe durch eine Idee von Ergotherapeut Frank Gottschalk – für Mut, Kraft und Lebensfreude während anstrengender Therapiezeiten. Mittlerweile gibt es schon „Ableger“ in Münster und Hamburg.

„Mit dem Einverständnis der Ärzte, begleitet von einer Krankenschwester, fahren wir die Kids wenn nötig auch mit Infusionsständern und -beuteln zur Probe. Wir machen alles möglich, was möglich ist“, betont Alexandra Vahlhaus. Denn das Projekt gibt allen Beteiligten Kraft, Zuspruch und Lebensmut, bietet eine „Auszeit“ von alltäglichen Problemen, Unverständnis und Ausgrenzungen. „Und bei den Auftritten spürt man richtig, dass bei den Menschen etwas passiert, das tut uns allen unheimlich gut“, sagt Alina.

(StadtSpiegel)