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Die Schwalmtaler Bürgerbus Familie

Die Schwalmtaler Bürgerbus Familie
Heinz van Haeff bringt Schwalmtaler dorthin, wo der Linienbus nicht hinfährt. FOTO: cs
Schwalmtal. Seit Dezember 2001 fährt der Schwalmtaler Bürgerbus täglich von 8 bis 17 Uhr seine Runden durch die entlegeneren Gemeindebezirke, die von den öffentlichen Bussen nicht angefahren werden. Das Besondere daran: alle 21 Fahrer im Alter zwischen 35 und 75 Jahren arbeiten im Ehrenamt. Einer von ihnen ist der 67-jährige Heinz von Haeff. Von Christiane Samuel

Seit neun Jahren ist der in Dilkrath aufgewachsene Heinz van Haeff regelmäßig einmal die Woche für den Bürgerbus als Fahrer im Einsatz. „Wir müssen alle zusammen ja eine ganze Woche bedienen, das wird von einem Einsatzleiter koordiniert, und jeder macht dabei so viel, wie er möchte. Ich persönlich fahre meistens dienstags von 11 bis 14 Uhr“, sagt der Amerner, der außerdem Oberleutnant der St. Pankratius-Bruderschaft und begeistertes Mitglied des Kegelclubs ist. Sein größtes Hobby: das „Opasein“ für seine vier Enkel.

„Als ich mit 57 Jahren aus meinem Beruf bei der NEW-Verwaltung in den Vorruhestand ging, fühlte ich mich zu jung, um mich nur zu Hause zu beschäftigen – ich wollte unbedingt etwas Ehrenamtliches machen, und so bin ich zur „Bürgerbus-Familie“ gekommen!“ So nennt sich die Gemeinschaft der Bürgerbusfahrer selbst, die sich alle sehr gut miteinander verstehen und in ihrem Ehrenamt wohlfühlen, wie Heinz van Haeff erzählt. Auch deshalb unterstütze seine Frau dieses ehrenamtliche Engagement, erklärt er mit einem Augenzwinkern weiter.

Mit dem Bürgerbus können die Menschen aus den außerhalb gelegenen Ortsteilen zu den Ortskernen, und damit zu Ärzten, Geschäften und den öffentlichen Bushaltestellen gelangen. Mittlerweile ist schon der vierte Bürgerbus in Schwalmtal im Einsatz. Acht Personen plus Fahrer passen in den Bus, der sich hauptsächlich mit Sponsorengeldern finanziert. Auch zusammenklappbare Rollatoren oder Einkaufstüten finden noch Platz. „Das ist besonders für ältere Mitbürger eine mittlerweile sehr beliebte Möglichkeit, einkaufen gehen zu können“, erzählt Heinz van Haeff lächelnd. Viele würden es auch genießen, einfach einmal mit dem Bus eine Runde spazieren zu fahren, erzählt er. Der Fahrschein für eine komplette Bürgerbusrunde kostet 1,80 Euro für Erwachsene und 70 Cent für Kinder und Jugendliche, eine Kurzfahrt von Haltestelle zu Haltestelle ebenfalls 70 Cent.

„Gerade wenn die Menschen früher viel mit dem Fahrrad oder als Spaziergänger unterwegs waren, fehlt es ihnen, sich die Gegend anschauen zu können“, weiß der routinierte Fahrer, der wie all seine Kollegen einen Personenbeförderungsschein besitzt. Jeder, der Lust und Zeit hat und willens ist, diesen Schein zu erwerben, kann sich ehrenamtlich als Fahrer des Bürgerbusses betätigen. Neben der außerdem erforderlichen Ortskenntnis sollte Freude am Umgang mit den Busgästen mitgebracht werden. „Wir sind auch Unterhalter für unsere Gäste, erzählen kleine Anekdoten und Geschichten, wenn wir an besonderen Plätzen und Häusern vorbeifahren und helfen selbstverständlich beim Ein- und Aussteigen, wenn das nötig ist – mir persönlich macht es einfach richtig viel Spaß zu sehen, wie sich gerade die älteren Menschen über unseren Bus freuen“, betont Heinz van Haeff und spricht damit auch für die anderen Kollegen aus der Bürgerbus-Familie.

(StadtSpiegel)