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Chillen mit Kicker und Billard

Chillen mit Kicker und Billard
Noch ist es nicht fertig, das neue Jugendfreizeitzentrum im Bethanien Kinderdorf. FOTO: Bethanien Kinderdorf
Waldniel. Mit großen Schritten begleitet in die Selbstständigkeit: Das neue Jugendfreizeitzentrum in Bethanien Waldniel nimmt Formen an.

"Ich bin optimistisch, dass bis zu unserem Sommerfest im Juni die Räumlichkeiten im Jugendfreizeitzentrum hergerichtet sind", sagt Verwaltungsleiter Stephan Joebges schmunzelnd während neben ihm die Bauhandwerker lautstark arbeiten. Seit dem Winter wird das alte Schwesternhaus im Bethanien Kinderdorf umgebaut. Die Jugendlichen des Kinderdorfes sollen dort einen Rückzugs- und Gestaltungsort finden.
"Es entstehen Freizeiträume, aber auch Begegnungsorte, die von unseren Jugendlichen genutzt werden können", erklärt der Verwaltungsleiter. Das neue Internetcafé ist schon fertiggestellt, der "Chill"- und Billardraum ist bisher noch ein Rohbau. "Einen Kicker und einen Billardtisch haben wir allerdings schon", sagt Joebges. Und auch für die Finanzierung der weiteren Einrichtung ist gesorgt: Die Mitarbeiter des Süchtelner Kabelherstellers SAB Bröckskes haben den Ertrag ihrer Überstunden zu Zwecken des Jugendzentrums gespendet. "Davon können wir eine Couchgarnitur kaufen, aber auch die Begegnungsräume einrichten, beispielsweise Gesellschaftsspiele und Freizeitmaterialien kaufen", so Joebges.

Bisher gibt es im Kinderdorf keinen Raum, den die Jugendlichen uneingeschränkt nutzen können. Bald können der Kidorat, eine Delegation aus gewählten Kinderdorfbewohnern, und der NullFluppClub, der Nichtraucherclub, ihre Versammlungen ungestört im Jugendfreizeitzentrum abhalten. Auch der Pädagogische Fachdienst wird mit zwei Mitarbeitern in das untere Geschoss einziehen. "Schon jetzt arbeiten die Kollegen des PäFs mit den Jugendlichen eng zusammen. In Einzelstunden, aber auch in Gruppentreffen werden die Jugendlichen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet", erklärt der Verwaltungsleiter. "Die Gestaltung der Räumlichkeiten wird der PäF deshalb auch gemeinsam mit den Jugendlichen vornehmen." So soll beim "Kinder.Kunst.Festival." des Kinderdorfes am 14. Juni ein großes Graffiti entstehen, das zukünftig die Wände zieren wird - an diesem Tag ist auch eine Besichtigung möglich.


Während Jugendliche die unteren zwei Etagen des alten Schwesternhauses nutzen, zieht in die erste Etage die FamiliäreBereitschaftsBetreuung ein. Das neue Angebot des Bethanien Kinderdorfes ermöglicht ein warmes Nest für kurze Zeit. So vermittelt und betreut das Kinderdorf Kinder, die kurzfristig aus ihren leiblichen Familien herausgenommen werden müssen, in Bereitschaftspflegefamilien. "Im Obergeschoss können die Treffen mit unserer Mitarbeiterin und den Familien stattfinden", sagt Joebges. "Außerdem bekommt unsere Kindergartenleitung hier ein Büro."