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Chaos im Märchenland

Chaos im Märchenland
Regisseur Lothar Lange (links) hat seine märchenhafte Truppe im Griff. FOTO: Samuel
Schwalmtal. Die Oldtimer der Theater AG des St. Wolfhelm-Gymnasiums bereiten sich gerade intensiv auf das diesjährige vorweihnachtliche Märchenspektakel am 5. und 6. Dezember in der Waldnieler Achim-Besgen-Halle vor. Der Extra-Tipp war jetzt auf Probenbesuch. Von Christiane Samuel

„Also eigentlich ist natürlich unsere Version von ’Hänsel und Gretel’ die Ursprungsversion der Geschichte,“ sagt Regisseur Lothar Lange augenzwinkernd. Wie immer hat er das bekannte Märchen eigens für die vorweihnachtlichen Aufführungen der Theater AG umgeschrieben. Mit viel Humor, bekannten Figuren aus anderen Märchen und Figuren aus den eigenen Theateraufführungen der letzten Jahre wird so wieder eine Geschichte auf der Bühne gezeigt, die nicht nur die Kinder begeistert, sondern auch für die Erwachsenen jede Menge Spaß und Unterhaltung verspricht.

„Das gesamte Märchenland ist sozusagen völlig von der Rolle, und das allein wegen einer fiesen, machtbesessenen und hinterhältigen Hexe – wie ließe sich sonst erklären, dass plötzlich der Schnee ausbleibt, der Rentierschlitten des Nikolaus möglicherweise nicht rechtzeitig zu den Kindern kommen kann und dass Hänsel und Gretel von ihren eigenen Eltern mutterseelenallein in einer völlig unbekannten Gegend ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen werden?“, sagt Lothar Lange. Und deshalb begegnen Hänsel und Gretel auf Ihrem Irrweg durch den Wald auch dem Raben Abraxas, der mit spanischem Akzent spricht, einem verwirrten Rumpelstilzchen, das seinen Namen mal wieder völlig vergessen hat, Rotkäppchen und dem bösen Wolf, der aber plötzlich sehr alt und langsam geworden ist und ständig über sein kaputtes Fahrrad jammert und einem verzweifelten Schneewittchen, das seine sieben Zwerge sucht. Auch der Esel aus den „Bremer Stadtmusikanten“ begegnet ihnen – er ist mittlerweile allein unterwegs, weil er eine Solokarriere anstrebt. Mit Begeisterung und vollem Einsatz hauchen die Schauspieler routiniert den Figuren schon jetzt während der Proben auf der Bühne Leben ein. Sie sind zum Teil schon seit den Anfängen der Theater AG vor fast 40 Jahren dabei, mittlerweile spielen bereits acht Kinder der Darsteller mit. Seit August proben die erwachsenen Darsteller wöchentlich am Montagabend. Dafür kommen sie sogar aus Kempen, Krefeld, Düsseldorf und Aachen. Hin und wieder muss noch ins Textheft geschaut werden, aber ein Großteil der Kostüme ist bereits fertig, die Kulissen schon genau geplant.

„Und auch in diesem Jahr reicht die Spanne der Gefühle im Stück von romantisch, über lustig bis hin zu rührend, und natürlich gibt es auch wieder jede Menge Musik und echten Bühnenschnee“, verspricht Lothar Lange. Und erst wenn Hänsel und Gretel dann alle Gefahren überstanden und alle Probleme gelöst haben, kann die Weihnachtsfreude am zweiten Adventswochenende nicht nur bei den Bewohnern des Märchenlandes, sondern auch bei den großen und kleinen Zuschauern Einzug halten.

(Report Anzeigenblatt)
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