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Auf dem Ascheplatz ein Team

Auf dem Ascheplatz ein Team
Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl: Trainer Meiry Hakimi (5.v.r.) und sein Fußballteam „Sportfreunde Waldniel“ freuen sich über die neuen gesponserten Trikots von Peter Heister (Sport Heister, 7.v.l.) auf dem Platz des SC Waldniel. Fotos (2): Horst Siemes
Waldniel. Der Asylkreis Schwalmtal hat seit dem Frühling eine eigene Fußballmannschaft. Meiry Hakimi, selbst vor Jahren aus Afghanistan geflüchtet, trainiert ehrenamtlich die „Sportfreunde Waldniel“, eine Mannschaft aus Flüchtlingen vieler Länder, auf dem Ascheplatz vereint. Von Claudia Ohmer

Meiry Hakimi weiß, wovon er redet, wenn er über die Nöte, Sorgen und Ängste der Flüchtlinge spricht. Der 40-Jährige kam selbst vor vielen Jahren aus Afghanistan nach Deutschland, in Schwalmtal hat er eine neue Heimat gefunden. Hier wirkt er ehrenamtlich im Asylkreis Schwalmtal mit und hat im Frühjahr eine Fußballmannschaft aus Flüchtlingen gegründet - die „Sportfreunde Waldniel“. „Natürlich gibt es Sprachprobleme, meine Spieler kommen aus vielen Ländern, z.B. Eritrea, Nigeria, Syrien, Irak, Afghanistan, Pakistan, Mongolei. Doch beim Fußball braucht man nicht viele Worte“, weiß Meiry Hakimi, der die Mannschaft einmal wöchentlich auf dem Ascheplatz in Waldniel trainiert. Um den jungen Menschen eine Abwechslung in ihrem trostlosen Alltag zu bieten habe er die Mannschaft ins Leben gerufen. „Viele vegetieren in den Unterkünften vor sich hin. Sie sind Fremde in einem fremden Land. Da kommt man schon mal auf Gedanken wie Alkoholkonsum oder Schlägereien“, begründet er sein Engagement für das Training. Die Flüchtlinge sind begeistert vom Fußballtraining, können jetzt sogar in gesponserten Trikots Spiele bestreiten. „Die Spieler spüren Zusammengehörigkeit und sind ein Team, auch wenn sich ihre Heimatländer vielleicht bekriegen. Sie können für kurze Zeit Einsamkeit und Sorgen vergessen.“ Den Namen „Sportfreunde Waldniel“ haben sich die Flüchtlinge selbst ausgesucht. Noch mehr Flüchtlinge könnten mitkicken, wenn sie denn Fußballschuhe hätten. Einige Paar hat Hakimi schon besorgt, doch weitere ausrangierte alte Fußballschuhe werden gern angenommen (Tel. 02163/45594).

(StadtSpiegel)