| 13.42 Uhr

Abschied und Aufbruch

Abschied und Aufbruch
Sehen der neuen Grabeskirche mit Spannung entgegen (v.l.): Pastor Thorsten Aymanns, Küsterin Maria-Theresia Hauke, Dr. Hans-Georg Rohbeck von der Friedhofsverwaltung, Pastoralreferentin Ursula Hüsgens, Helmut Tacken vom Kirchenvorstand und Architekt Burkhard Schrammen. FOTO: Heike Ahlen
Amern (hei). Die Amerner Kirche St. Anton wird eine Grabeskirche. Beginn des Umbaus soll im Herbst sein. Von Heike Ahlen

Die ersten Überlegungen, aus der Amerner Kirche St. Anton eine Grabeskirche zu machen, stammen aus dem Jahr 2014. Seitdem haben Kirchenvorstand, Mitarbeiter und Friedhofsverwaltung bereits manche bürokratische Hürde genommen. Jetzt liegt auch die offizielle Genehmigung des Bistums, die Kirche einer neuen Bestimmung zuzuführen, vor.

Die Kirche öffnet am heutigen Sonntag, 9. Juli, von 15 bis 18 Uhr für persönliche Rückblicke und Informationsgespräche. Um 19 Uhr beginnt die Heilige Messe zur Entwidmung.

Es ist ein Abschied und ein Aufbruch zugleich. So sieht es auch Architekt Burkhard Schrammen, der die Umgestaltung geplant hat. „Die Frage war, was kann man tun, um Tradition in die Zukunft zu transportieren?“, beschreibt er den Ausgangspunkt seiner Arbeit. Die optisch gravierendste Änderung wird der neue helle Boden sein. Das Mittelschiff bleibt frei – hier sollen nicht nur Trauerfeiern stattfinden, sondern auch andere Veranstaltungen, die sich mit Leben und Tod auseinandersetzen, Konzerte oder auch Lesungen. Der das Bild prägende Altar bleibt erhalten. Mehr noch: Er dient als Ausgangspunkt für die farbliche Gestaltung. Die Platten, die die Grabstätten in den Seitenschiffen jeweils verschließen sollen, werden aus Messing und Kupfer bestehen. Auf ihnen sollen der Name, das Geburts- und Sterbedatum sowie ein kleines christliches Symbol stehen.

Rund 1,1 Millionen Euro muss die Kirche hier investieren. Das Bistum beteiligt sich an der Sanierung, die in einem Zug mit erfolgen soll. Denn das Dach ist in Teilbereichen schon 500 Jahre alt, auch im Mauerwerk finden sich Schäden.

Für die Entscheidung, St. Anton zur Grabeskirche umzufunktionieren, war nicht nur der Wunsch des Friedhofsausschusses, den Menschen in Schwalmtal und Umgebung die Möglichkeit zu geben, sich in einem Kolumbarium bestatten zu lassen, ausschlaggebend. Der KIM-Prozess – hinter dieser Abkürzung verbirgt sich das Kirchliche Immobilien-Management – macht es erforderlich, Gebäude einer anderen Nutzung zuzuführen. Die Kirchen vor Ort müssen Gotteshäuser schließen und verkaufen – oder sie einer Nutzung zuführen, die sich selbst trägt.

Zwischen 2 500 und 3 500 Euro soll eine Grabstätte kosten. Die Liegedauer beträgt 20 Jahre, kann aber auf Wunsch verlängert werden. Man kann jetzt schon eine Grabstätte dort reservieren.

Ein Logo gibt es für die neue Grabeskirche auch bereits: Einen Baum, dessen Stamm die Silhouette von St. Anton ist und dessen Blätter gleichermaßen die Herbstfarben wie das Licht, das von diesem Stamm ausstrahlt, symbolisieren. „Vom Leben umfangen“ steht darum herum.

(Report Anzeigenblatt)