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„Gemeinsam trotzdem stark“

„Gemeinsam trotzdem stark“
Ende August 2014 hatten die Bürgermeister der drei Gemeinden, (vorne v.l.) Frank Gellen (BM Brüggen), Herbert Winzen (BM Niederkrüchten) und Michael Pesch (BM Schwalmtal) (v.l.) für Veranstaltungen für das Leader-Programm geworben. FOTO: nms
Westkreis (nms). Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten werden nicht Leader-Region. Weit über 40 Regionen hatten sich am Projekt beteiligt. Von Heike Ahlen

Enttäuschung, aber keine Verzweiflung – das beschreibt die Stimmung in den drei Westkreis-Kommunen Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten nach der Entscheidung, dass die Region "Schwalm – Mittlerer Niederrhein", zu der sie sich zusammengeschlossen hatten, nicht Leader-Region in Europa wird.

Weit über 40 Regionen hatten sich beworben, etwa die Hälfte erhielt den Zuschlag. Es ging darum, für regional vernetzte Projekte, die mit viel ehrenamtlichem Engagement auf die Beine gestellt werden, Fördergelder der Europäischen Union zu erhalten. Wichtig war bei der Bewerbung, dass die Bevölkerung von Anfang an mit einbezogen war, die Ideen, die eingereicht wurden, mit entwickelte.

Das war im Westkreis in hohem Maße der Fall. Deshalb waren alle Verantwortlichen auch sehr optimistisch in die Bewerbung hineingegangen. "Wir werden sicherlich genau nachfragen müssen, woran es gelegen hat, dass unsere Bewerbung nicht berücksichtigt wurde", sagt Brüggens Bürgermeister Frank Gellen. Eine Antwort auf diese Frage sei man allein schon den vielen engagierten Bürgern schuldig, die in den Workshops die Ideen erarbeitet haben – und jetzt natürlich enttäuscht seien.

Ursprünglich hatte es so ausgesehen, als ob Gemeinden im ländlichen Raum in Zukunft nur bestehen könnten, wenn sie Leader-Region würden, weil es für alle anderen Gemeinden keinen Zugang mehr zu Fördertöpfen geben würde und somit für gute Ideen kein Geld da wäre.

"Diese Schwarz-Weiß-Malerei ist vom Tisch", sagt Schwalmtals Planungsamtsleiter Bernd Gather. Fast zeitgleich mit der Bekanntgabe der Leader-Gewinner hätten die Kommunen Hinweise auf weitere Förderprogramme erhalten, mit denen die Ideen, die bei der Leader-Bewerbung entwickelt worden waren, vorangetrieben werden können. Das "Integrierte kommunale Entwicklungskonzept" – kurz IKEK – ist so ein Beispiel.

Und auch wenn Leader nicht geklappt habe, so gebe es ein positives Ergebnis, das der Region niemand mehr nehmen könne, sagt Gather: "Alle drei Kommunen nehmen aus der Bewerbungsphase mit: Gemeinsam sind wir stark." Und diese Erkenntnis sei für die Zukunft des Westkreises wichtig.

(StadtSpiegel)
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