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Von der Liebe zum Schreiben

Von der Liebe zum Schreiben
Eva Pritschmann an ihrem persönlichen „Tatort“, ihrem Schreibtisch.
Niederkrüchten. Eva mag kreative Dinge. Sie zeichnet, spielt Gitarre und Keyboard, singt, aber vor allem mag sie eins: Bücher. Doch sie liest nicht nur, sie schreibt selbst – und aus einer ihrer Geschichten ist jetzt ein richtiges Buch geworden! Von Gina Dollen

Kreativ sein ist schön. Kreativ sein macht Spaß. Kreativ sein erlaubt einem Kind, seine eigene Welt zu erschaffen – oder mit elf Jahren zu beschließen, ein Buch zu schreiben. Was mit einer kleinen, selbst geschriebenen Geschichte der heute 14-jährigen Eva Pritschmann begann, ist zu einem 118 Seiten starken, ganz offiziell veröffentlichten Buch über den Sommer, die Liebe und einem spannenden Krimi an der Nordseeküste geworden.

"Ich lese total viel, vor allem aber, wenn ich gestresst oder traurig bin. Dann katapultieren die Bücher mich in eine ganz andere Welt. Das ist toll", erzählt Eva Pritschmann.

Schon immer hat sie auch selbst gerne geschrieben. Kleine Geschichten oder Gedichte. "In der Schule bin ich immer die, die total lange Arbeiten schreibt und am längsten in der Klausur sitzt", scherzt die junge Autorin.

Das "Problem" war meistens, die angefangenen Geschichten zu Ende zu bringen. Mit genau diesem Vorhaben wurde der Grundstein für "Luna – Herzklopfen im Sommercamp" gelegt.

Drei Jahre hat sie an der Geschichte gearbeitet. "Klar gab es auch mal Pausen, teilweise monatelang. Das muss einfach von alleine kommen, und wenn es dann soweit ist, setzte ich mich an den Laptop und schreibe drauf los", erzählt sie.

Anfangs wurden alle Ideen noch auf kleinen Zettelchen oder einem Klemmbrett gesammelt, Zeichnungen von Orten oder Personen gemacht. Die Buchcharaktere hatten sogar alle eine Art Steckbrief. "Mittlerweile tippe ich die Ideen in mein Handy. Meistens kommen die abends im Bett, manchmal sitze ich aber auch an einer Bushaltestelle, beobachte Situationen und Menschen und schreibe mir jedes Detail auf."

So ist es also kein Wunder, dass Evas Buch sich durch eine sehr bildhafte Sprache auszeichnet, noch so kleine Details beschreibt und der Leser sich in die Welt von Luna versetzt. "In meinem Kopf befindet sich so eine Art Baukasten. Alles was ich lese, erlebe oder sehe wandert da rein und wenn ich schreibe, hole ich mir das, was ich brauche, wieder heraus", erklärt sie.

Eva war gerade bei der Hälfte des Buches angekommen, da kam die Idee, das Ganze an einen Verlag zu schicken. "Klar ist es schön, wenn man ein Buch geschrieben hat. Aber wenn das nur zu Hause herumliegt, wird es nie jemand lesen", da sind sich Eva und ihr Vater Martin Pritschmann einig. Besonders ihr Vater habe sie während den drei Jahren sehr unterstützt. "Ich habe meinen Papa sehr lieb", schiebt Eva mit einem Lächeln hinterher. Mama Pritschmann war bis zur Veröffentlichung ahnungslos, denn das Buch war Evas Geburtstagsgeschenk an sie.

Kaum zum Verlag geschickt, wurde Eva auch schon ein Lektor an die Seite gestellt, gemeinsam das passende Buch Cover designt und das Buch veröffentlicht.

Auf die Frage, was sie denn später mal machen möchte, hatte Eva sofort eine Antwort: Schriftstellerin werden, wie ihr großes Vorbild Kerstin Gier. "Ich möchte Anglistik und Germanistik studieren, dann kann ich in den Schreibpausen Bücher übersetzen", erklärt das kreative Mädchen ihre Zukunftspläne. Momentan arbeitet sie erstmal an Teil zwei der "Luna-Reihe".

(Report Anzeigenblatt)