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Schnelles Netz für (fast) alle

Schnelles Netz für (fast) alle
Bürgermeister Kalle Wassong zeigt an der Karte die zukünftige Versorgung mit Breitband-Internet. FOTO: Heike Ahlen
Niederkrüchten. Wenn Bürgermeister Kalle Wassong auf die Karte der Gemeinde blickt, ist er zufrieden. Was die Versorgung mit Breitband-Internet angeht, so soll es in spätestens zwei Jahren nur noch einen kleinen weißen Fleck geben. Von Heike Ahlen

Der soll in einem Teil von Overhetfeld liegen. Für alle anderen Bereiche bahnen sich Lösungen an.
Denn gleich drei Firmen wollen in Niederkrüchten ihre Netze ausbauen. Das bringt die Gemeinde in eine komfortable Situation. Denn es gibt zwar Fördergelder, um auch in ländlichen Bereichen, wo es für die anbietenden Unternehmen nicht so lukrativ erscheint, ihre Leitungen zu verlegen, schnelles Internet zu bekommen. Aber die betroffenen Gemeinden zahlen trotzdem fleißig aus der Haushaltskasse mit. "Wir hätten eine Menge Geld in die Hand nehmen müssen, wahrscheinlich einen Millionen-Betrag", sagt Wassong.


Wenn jetzt alles gut geht, sind es nur die Unternehmen, die investieren. Denn die Bürger, die im ersten Ausbauschritt auf den Zug aufspringen, bekommen sowohl von der Unitymedia als auch von der Deutschen Glasfaser Angebote, die die Leitungsverlegung kostenlos machen. Das dritte Unternehmen, die Deutsche Telekom, hat ihre Leitungen ohnehin schon in allen Haushalten liegen. Die Deutsche Glasfaser wird vor allem in den östlichen Gemeindebereichen aktiv werden. Silverbeek, Varbrook und der südliche Teil von Alt-Niederkrüchten werden bald angeschlossen. In Oberkrüchten, Laar, Brempt, Dam, Birth, Heyen und Gützenratz läuft die Werbephase. In den Ortsteilen sollen Anfang Mai Informationsveranstaltungen stattfinden, zu denen die Bürger eingeladen werden. Am 4. Juli ist dann der Stichtag. Wenn 40 Prozent der Haushalte einen Vorvertrag unterzeichnen, wird gebaut.

Die Bereiche gehören dann zu einem Netz-Ring, der rund um Schwalmtal gezogen wird. Die Deutsche Glasfaser legt das Kabel, das die momentan schnellste Technik verspricht, in jede Wohnung, das nennt sich Fiber to the home (FTTH).
In Elmpt und im Gewerbegebiet Dam wirbt die Unitymedia. Sie setzt auf Coax-Glasfaser-Technik. Im Gewerbegebiet möchte das Unternehmen schon bald mit den Bauarbeiten beginnen. Für Elmpt ist am 9. Mai, 19 Uhr, ein Info-Abend im Bürgerhaus geplant. Unitymedia braucht aus 50 Prozent der Haushalte die Vorverträge, um mit dem Bau zu beginnen.
Die Deutsche Telekom baut vor allem in Elmpt Fiber to the curb (FTTC) aus. Dabei führen Glasfaser-Leitungen bis zu den Schaltkästen, das letzte Stück zu den Häusern bleibt aber in Kupfer. Wie viel ankommt, hängt letztlich davon ab, wie nah man an einem solchen Schaltkasten wohnt.


Ob irgendetwas gebaut wird, hängt also von den Einwohnern ab. Nachdem ein erster Anlauf der Deutschen Glasfaser vor drei Jahren gescheitert war, hofft der Bürgermeister nun darauf, dass sich mehr Menschen für einen Anschluss entscheiden. Damals habe man sich die rasante Entwicklung nicht so recht vorstellen können. Heute wisse jeder, "dass das in den nächsten Jahren zwingend notwendig ist".

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