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Flüchtlingsunterkunft in den ehemaligen Javelin Barracks
Nicht mehr als 2500 Menschen

Flüchtlingsunterkunft in den ehemaligen Javelin Barracks: Nicht mehr als 2500 Menschen
Die ehemaligen Javelin Barracks in Elmpt: Hier werden nicht mehr als 2 500 Flüchtlinge in den nächsten Wochen und Monaten einziehen. FOTO: Archiv/nms
Elmpt. Am 14. Dezember könnte es losgehen mit der Flüchtlingsunterbringung in den ehemaligen Javelin Barracks in Elmpt. Dann soll alles vorbereitet sein. Ob die ersten Busse tatsächlich an diesem Tag eintreffen, kann niemand voraussagen. Auf jeden Fall kommen nicht 2.500 Menschen auf einmal, sondern nacheinander.

"Sachlich", "informativ" – die meisten Kommentare derjenigen, die am Montagabend gegen 21 Uhr die Begegnungsstätte verließen, gingen in diese Richtung. Zum zweiten Mal waren Regierungspräsidentin Anne Lütkes und ihre Mitarbeiter hierher gekommen, um über die geplante Flüchtlings-Unterbringung in den ehemaligen Javelin Barracks in Elmpt zu berichten.
Die Niederkrüchtener sollen auf jeden Fall Gelegenheit bekommen, sich auf einer Bustour am 12. Dezember einen Eindruck von der Einrichtung zu verschaffen. Karten für diese Busfahrten, die um 10, 11 und möglicherweise auch um 12 Uhr noch einmal starten sollen, bekommt man ab Mittwoch, 2. Dezember, zu den Öffnungszeiten im Bürgerservice. Die Karten sind kostenlos, es werden maximal vier pro Person ausgegeben. Eine Reservierung per Telefon oder Mail ist nicht möglich.
Eine deutliche Antwort gab es auf eine Frage, die in den letzten Wochen in den sozialen Medien und auf der Straße heiß diskutiert worden war: Wie viele Flüchtlinge kommen nun eigentlich? Als die Regierungspräsidentin noch einmal auf den Vertrag verwies, der für die Zeit bis zum 30. Juni nächsten Jahren "bis zu 2.500 Menschen" vorsehe, brachte Bürgermeister Kalle Wassong es auf den Punkt: "Es geht um bis zu 2.500 Menschen, nichts anderes. Alle anderslautenden Gerüchte sind falsch." Da sprang ihm dann auch die Regierungspräsidentin bei: "Um es deutlich zu sagen: Der Innenminister teilt die Auffassung des Bürgermeisters."

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Wie sieht es mit dem Feuerschutz aus?

"Es gibt sicherlich in NRW keine andere Flüchtlingsunterkunft, wo der Brandschutz so gut ist", sagt Elke Kolfen vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW. Zweite Rettungswege, Rauchmelder, Brandmeldeanlage – alles vorhanden. Das Gelände wird eine eigene Feuerwehr bekommen, die am 1. Dezember ihren Dienst aufnimmt. Immer sieben Wehrleute sind gleichzeitig in einer Schicht da – rund um die Uhr. Für diese Arbeit konnten auch zehn ehemalige Kräfte der britischen Feuerwehr gewonnen werden, die das Gelände bestens kennen.

Welche Menschen kommen?

Anne Lütkes macht deutlich, dass man die rund 370 Reihenhäuschen vor allem für Familien nutzen wolle. In den Mannschaftsunterkünften sollen hauptsächlich alleinreisende Flüchtlinge unterkommen. Statistisch kommen zurzeit über 80 Prozent der Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Es sei zu erwarten, dass auch in Elmpt hauptsächlich Menschen aus diesen Ländern untergebracht seien, eine Garantie gebe es aber nicht.

Wie lange bleiben die Menschen?

Als Notunterkunft und später als Zentrale Unterbringungseinrichtung soll Elmpt die Flüchtlinge für eine Zeitspanne von wenigen Tagen bis zu drei Wochen beherbergen. Es könne auch sein, dass es im Einzelfall länger dauere.

Wie sieht die Gesundheitsversorgung aus?

Es werde zwei Arztstellen und eine Sanitätsstation geben, sagt Dr. Christine Napp von der Bezirksregierung. Die Ärzteschaft aus der Umgebung habe zudem signalisiert, gerne "unterstützend tätig zu werden". Zwei Röntgencontainer sollen für schnelle Untersuchungen auf Tuberkulose sorgen. Es gebe auch die Möglichkeit, im Notfall eine Isolierstation einzurichten. Davon, dass plötzlich in der Region Krankenhausbetten fehlen würden, sei nicht auszugehen – die vorher dort stationierten Briten seien ja auch mitversorgt worden.

Was ist mit der Sicherheit?

Das Sicherheitskonzept, also wie viele Security-Mitarbeiter zu welchen Zeiten dort sind, wird – aus Sicherheitsgründen – nicht offengelegt. Dass außer dem äußeren Zaun, der erhalten bleibt, zurzeit ein etwa zwei Kilometer langer Zaun im Innern des Geländes gebaut werde, der die Einrichtung von den ehemaligen militärischen Anlagen abschirmt, geschehe "nicht, um die Bevölkerung vor den Flüchtlingen zu schützen", sagt Peter Andres vom Landesamt Zentrale Polizeiliche Dienste. Der Rest des Geländes sei kein Abenteuerspielplatz für Kinder, und man müsse auch die steigende Zahl von Übergriffen gegen Flüchtlinge bundesweit sehen. Eine eigene Polizeiwache wird es nicht geben, aber: "Mit den Standards, die die Polizei durchführt, wird das eine sichere Anlage, das kann ich Ihnen versprechen", so Andres.

Wie kann ich ehrenamtlich helfen?

Es werde mehrere "Runde tische" geben, unter anderem einen für das ehrenamtliche Engagement, verspricht Bürgermeister Wassong. Zudem wird es eine feste Koordinationsstelle für die Ehrenamtler geben. Ab Donnerstag, 3. Dezember, können sich sowohl engagierte Ehrenamtler, als auch Menschen, die noch Arbeit in der Einrichtung suchen, als auch Unternehmen, die sich an der Versorgung beteiligen möchten, jeweils dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr im Bürgerservice in Elmpt melden. Dann sind Mitarbeiter des Betreibers European Homecare vor Ort.