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Kornnatter schlängelt sich durchs Malerviertel

Elmpt (hei). Da trauten Anwohner des August-Macke-Wegs ihren Augen kaum, als sie am Sonntagabend gegen 21.10 Uhr noch einmal auf ihre Terrasse sahen: Da schlängelte etwas - eine über einen Meter lange orangefarbene Schlange. Die Anwohner riefen die Feuerwehr. Von Sandra Geller

Die war auch schnell vor Ort. Den Einsatzkräften gelang es, das Tier in einen Eimer mit Deckel zu bugsieren. So konnten sie auf den Reptilien-Experten René Liedtke aus Nettetal warten. Er ist Sachverständiger für Reptilien für das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz, das für den Artenschutz zuständig ist. Wenn im Kreis die Feuerwehr wegen einer Schlange alarmiert wird, dann wird er hinzugezogen.

Er konnte den Wehrleuten ihre Vermutung, dass es sich um eine Kornnatter handelt, nach einem Blick bestätigen. Das Tier sei wohl schon länger draußen und ein wenig abgemagert, sagte er nach einer ersten Prüfung. Kornnattern sind keine heimischen Tiere, sondern kommen aus Nordamerika. Sie werden häufig in Terrarien gehalten, da sie als nicht gefährdete Art eingestuft sind und man keinerlei Papiere benötigt, um sie halten zu dürfen.

„Kornnattern sind Ausbruchskünstler“, erzählt René Liedtke. Wer ein neues Terrarium einrichte und sicher sein möchte, das alles dicht sei, erhalte oft den Rat, als erstes eine junge Kornnatter hereinzusetzen, die finde jede Schwachstelle. Das Tier vom August-Macke-Weg schätzt er auf ein bis zwei Jahre alt, es sei noch nicht ausgewachsen. Es kommt nun zunächst auf eine Pflegestelle, wenn sich der Besitzer nicht meldet, dann kann es nach einem halben Jahr in ein neues Zuhause vermittelt werden. „Der Besitzer kann sich gerne beim Ordnungsamt in Niederkrüchten melden“, sagt Feuerwehr-Chef André Erkens.

(StadtSpiegel)