| 12.13 Uhr

Ex-Prinzessin an Bord

Ex-Prinzessin an Bord
Die ehemalige Karnevalsprinzessin Natascha Römer berichtet über aufregende Zeiten in ihrem Leben. FOTO: Privat
Bracht. Während einer Kreuzfahrt auf der Ostsee-Route bekam Natascha Römer - im vergangenen Jahr Karnevalsprinzessin der KG Maak Möt in Brempt - Kontakt zum Bordpersonal und man bot ihr eine Stelle auf dem großen Schiff an. Der Gedanke, Kinder auf einem Kreuzfahrschiff zu betreuen, war reizvoll. Von Bruno Schüttler

Schließlich kam es 2013 zu einem Vorstellungsgespräch bei der Reederei und zur Vertragsunterzeichnung in Hamburg.

Doch vor der ersten Fahrt musste erst einmal ein Sicherheitstraining absolviert werden, das es in sich hatte. Eine Woche lang wurde in Rostock geübt. Es galt, bei einem Feuer im engen Raum die Übersicht zu wahren und sich kriechend aus der Gefahrenlage zu befreien. Die Wirkung der verschiedenen Löschmittel (Löschdecke, Wasser, Schaum) wurde dargestellt und musste für den Notfall präsent sein. Auch das zu Wasser lassen und Fahren eines Rettungsbootes musste die junge Brachterin erlernen.

Natascha Römer arbeitete als Gastgeberin im Kids-Club der „Aida-blu“. In den hellen Räumen gab es viele Spielmöglichkeiten für die Kinder. Zum Club gehörte ein abgetrennter Außenbereich mit kleinem Pool. Auch hier war der Begriff Sicherheit absolut vorrangig und alle Mitarbeiter des Klubs mussten die Sammelstellen kennen, zu denen die Kinder im Alarmfall geführt werden mussten, um bei ihren Familien zu sein. Bei einigen Shows arbeitete sie hinter der Bühne und zur Feier ihres Geburtstages durfte sie einmal die große Showtreppe bedienen. Römer: „Da man ja eh an Bord war, sprang man da ein, wo jemand fehlte. Beim Oktoberfest am Nagelbalken oder im Servicebereich. Ich habe auch schon mal den Karaoke-Abend eröffnet.“

„An Bord entwickelte sich eine eigene Sprache“, so Römer, „man sagte nicht am Dienstag gehen wir noch einmal ein Eis essen, sondern, in Barcelona essen wir ein Eis. Als Schlussfolgerung aber auch die Erkenntnis, wir sind in Gran Canaria, also muss heute Sonntag sein.“ Bis zu einem halben Jahr bleiben manche Crew-Mitglieder an Bord, bis sie Urlaub und Freizeit nehmen. Römer blieb meistens vier Monate und hatte dann einen Monat Pause.

Sie bewohnte mit einem anderen Crew-Mitglied eine sechs Quadratmeter-Kabine mit einem Etagenbett: „Wenn eine sich umzog, musste die andere solange auf den Flur gehen oder sich auf das Bett legen.“ 630 Menschen aus den verschiedensten Nationen arbeiten auf dem Schiff, das 2 500 Passagiere aufnehmen kann. Römer ist begeistert von dem außergewöhnlichen Betriebsklima. „Für mich war es der Sommer meines Lebens!“

Den „Traum ihres Lebens“ erfüllte sie sich zwischendurch, als sie in der vergangenen Session Prinzessin für die KV „Maak möt“ in Brempt war. Sie platzierte ihre Arbeitsverträge so geschickt, dass sie alle Karnevalstermine wahrnehmen konnte.

Inzwischen arbeitet sie wieder mit Kindern, allerdings im „Purzelbaum“ Kaldenkirchen. „Es zog mich nach Hause. Da ich inzwischen Tante und Patentante geworden bin, würde ich die schönste Zeit mit den Kleinen versäumen.“ Langweilig wird’s aber auch zu Hause nicht. Sie macht bei der TSF-Tanzgruppe mit, beim DRK in Niederkrüchten und natürlich weiterhin beim Karneval. Ihren nächsten Traum wartet darauf, erfüllt zu werden, sie möchte auf einem Elefanten reiten auf Bali.

(Report Anzeigenblatt)