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Eine Schafherde als Greenkeeper

Eine Schafherde als Greenkeeper
Von links: Golfplatz-Geschäftsführer Albert Kirchhofer, Schäfer Paul Silkens und Platzwart Marc Adams stehen der tierischen Heidepflege sehr wohlwollend gegenüber. Fotos (2): Heike Ahlen
Elmpt. Was? Schafe auf dem Golfplatz? Die machen doch überall hin? Nein, keine Sorge. Für den Bestzustand des Rasens auf der Anlage des Europäischen Golfclubs Elmpter Wald sorgen auch weiterhin Menschen - ganz ohne Hinterlassenschaften. Von Heike Ahlen

Es geht um die Heideflächen, die das Bild der Golf-Anlage nachhaltig prägen. Die würden „verbuschen“, so der Fachausdruck, wenn sie nicht gepflegt würden. Denn Gras und die Sämlinge von Bäumen - vor allem von der sich rasant verbreitenden amerikanischen Vogelkirsche - sind stärker als Heidepflanzen. Sie überwuchern sie, und darunter stirbt die Heide dann bald ab.

Hier mit mechanischem Gerät pflegen zu wollen, wäre nicht sehr erfolgversprechend. Denn es geht ja darum, Gras, Buschwerk und Bäume zu entfernen und die Heide zu befreien.

Da kommen die Schafe ins Spiel, die im Naturschutz gerne für diese Aufgaben eingesetzt werden. Denn sie fressen lieber Gras als Heide, suchen sich also die Halme zwischen der Heide heraus.

Marc Adams, der Platzwart des Golfclubs, war auf die Schafe im benachbarten Roermond aufmerksam geworden. Denn dort ist Schäfer Paul Silkens mit seinen Hunden Bo und Barry auf vielen Flächen mit Schafen unterwegs. Insgesamt hat er über 800 Tiere. Es sind Kempische Heideschafe - eine alte Rasse, die um 1950 fast als ausgestorben galt. Inzwischen sind aber wieder Herden dieser Rasse in Limburg und Brabant unterwegs.

Seit Ende August läuft nun der Versuch auf dem Elmpter Golfplatz. Die meisten Golfspieler stehen dem positiv gegenüber. Wenn sich die Schafe bewähren, dann könnte es einen langfristigen Vertrag geben.

Der Golfplatz ist kein Naturschutzgebiet. Allerdings sind Heideflächen als „wertvolle Lebensräume“ auch außerhalb von Naturschutzgebieten zu schützen und zu pflegen. Die Naturschutzgebiete im Kreis Viersen betreut die Biologische Station Krickenbecker Seen. In Elmpt ist sie beratend tätig. Biologe Peter Kolshorn hält die Beweidung für einen guten Ansatz: Am besten sei es, wenn Schafe in „Hütehaltung“, also ohne Zaun mit Schäfer und Hunden über die Heide zögen. Das ist in Elmpt nicht so ohne weiteres möglich, denn die Pflege der eigentlichen Greens soll ja weiterhin in Menschenhand liegen, hier haben die Schafe nichts zu suchen.

Wenn der neue Regionalplan in Kraft tritt - das wird 2017 erwartet - dann muss auch für den Bereich des Golfplatzes ein Pflegeplan aufgestellt werden. Und in dem könnten die Kempischen Heideschafe dauerhaft eine Rolle spielen.

(StadtSpiegel)
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