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Ein Tag im Zeichen des Rollators

Ein Tag im Zeichen des Rollators
Richtig mit dem Rollator laufen muss geübt sein. FOTO: Bruno Schüttler
Niederkrüchten (bs). Im Alter können Rollatoren eine immense Hilfe sein. Beim „kleinen Aktionstag Mobilität“ wurden wertvolle Tipps zur Nutzung gegeben. Von Bruno Schüttler

„Plötzlich war es soweit, ich fühlte mich auf meinen Beinen nicht mehr sicher und hatte Angst, zu fallen“, formulierte eine Teilnehmerin ihre Empfindungen. Der Arzt empfahl ihr, einen Rollator zu nutzen, durch den sie wieder Stabilität bei der Bewegung gewinnen könne. Um im Umgang mit diesem Gerät mehr Sicherheit zu bekommen, war sie zu dem „Kleinen Aktionstag Mobilität“ in das Bürgerhaus Elmpt gekommen.

Dazu eingeladen hatten der Sportverein Schwarz-Weiß Elmpt und der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen e.v. (BRSNW). Axel Görgens vom BRSNW gab Tipps über die Theorie und Praxis bei der Nutzung von Rollatoren und Rollstühlen.

In Deutschland benutzen rund zwei Millionen Menschen einen Rollator und erhalten dadurch ihre Mobilität, um viele Dinge noch selbst regeln zu können. Doch es könnten noch mehr sein, denn viele dieser Gehwagen stehen ungenutzt in der Ecke, weil deren Besitzer der Meinung sind, dass sie diese Hilfe nicht brauchen. Andere wiederum hadern mit der Handhabung der Geräte. Da mit dem Alter die Gefahr zu stürzen deutlich steigt, mit oft schlimmen Folgen, sollte die Nutzung der Gehhelfer nicht infrage gestellt werden. Wichtig ist die Analyse der persönlichen Alltagssituation. Wo soll das Gefährt eingesetzt werden, indoor oder auch draußen? Welche Arten von Bodenbeschaffenheiten müssen gemeistert werden? Sind Steigungen oder abschüssige Strecken zu bewältigen? Soll er in einen Kofferraum passen? Werden öffentliche Verkehrsmittel genutzt?

Gut vorbereitet kann man nun das Gespräch mit dem Fachhändler, in der Regel ein Sanitätshaus, führen. So lässt sich auch eruieren, ob ein Kassengerät ausreicht, oder ob es sich lohnt, durch eine Zuzahlung ein höherpreisiges Gerät zu erwerben. Dass dieses nicht besser sein muss, führte Görgens an zwei Geräten vor. Das Kassengerät wirkte klobiger und stabiler als ein teureres Leichtgerät, das mit einem Griff einsatzbereit wurde. Im Indoorbereich bot das Kassengerät alle erwünschten Eigenschaften, insbesondere Stabilität, die von den Leichtgeräten nicht in dem Maße erreicht wurden. Sie punkten dagegen mit leichterem Handling und besserer Mitnahmemöglichkeit im Auto oder im öffentlichen Nahverkehr.

Was für alle Geräte gleichwichtig ist, die richtige Nutzung des Rollators. „Viele schieben ihn vor sich“ monierte Görgens, „dann ist das Gerät keine stabile Hilfe. Man muss in das Gerät hineingehen und es aufrecht stehend nutzen.“ Ein Hersteller hat dazu eine Erinnerungshilfe entwickelt, dessen Rollatormodell zeichnet auf dem Boden zwischen den Hinterrädern einen grünen Laserstrahl auf den Boden. Im Bürgerhaus wurde aber nicht nur theoretisiert, praktische Übungen erforderten das Umfahren von Hindernissen, die Handhabung an der Bordsteinkante, bei Gefälle und Steigungen. Auch dazu gab es Tipps vom Experten.

(StadtSpiegel)
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