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Wer wird im September Bürgermeister in Niederkrüchten?
Drei Hüte liegen schon im Ring

Wer wird im September Bürgermeister in Niederkrüchten?: Drei Hüte liegen schon im Ring
Bennet Gielen FOTO: Bernd Nienhaus
Niederkrüchten. Die CDU schickt Bennet Gielen ins Rennen um den Bürgermeisterposten in Niederkrüchten, Yvonne Jeurißen und Kalle Wassong treten als parteilose Kandidaten an. Von Heike Ahlen

Die meisten Kommunen im Kreis haben ihre Bürgermeister im vergangenen Mai gemeinsam mit den Räten gewählt. Viersen, Grefrath und Niederkrüchten müssen noch nachziehen. Dort bestimmen die Bürger am 13. September, wer erster Mann oder erste Frau sein soll. Die Gewählten treten ihr Amt dann am 21. Oktober an und bleiben genau wie die anderthalb Jahre eher gewählten Räte bis 2020.

In Niederkrüchten haben bereits drei Kandidaten ihre Hüte in den Ring geworfen. Die CDU hat ihren Ortsvorsitzenden Bennet Gielen (34) nominiert. Yvonne Jeurißen (32) und Kalle Wassong (52) sind politisch denkende Menschen, gehören aber keiner Partei an. Die anderen Parteien haben noch nicht erklärt, ob sie einen eigenen Kandidaten stellen oder einen der bereits bekannten unterstützen möchten.

"Ich glaube, dass Parteilose bessere Chancen haben", sagt Yvonne Jeurißen selbstbewusst. "Sie können sich besser gegen bekannte alte Strukturen abgrenzen." Außerdem sei es erwiesen, dass ewige Treue eines Wählers zu einer Partei nicht mehr gegeben sei. "Der Wähler entscheidet sich jedes Mal neu." Yvonne Jeurißen und Bennet Gielen bringen Verwaltungserfahrung mit. Die Elmpterin ist als Diplom Verwaltungswirtin Beamtin bei der Stadt Mönchengladbach, war dort lange stellvertretende Teamleitung im Jobcenter bei der Betreuung von Gewerbetreibenden und gehört inzwischen zu den Organisatoren im Fachbereich Verwaltungsentwicklung und Service.
Bennet Gielen ist studierter Jurist. Er ist beschäftigt beim Kreis Viersen als persönlicher Referent von Landrat Peter Ottmann. Wassong ist studierter Sozialarbeiter und beim Bistum Aachen beschäftigt. Er arbeitet als Beauftragter zur Prävention von sexueller Gewalt – und kennt die Frage, ob er als Nicht-Verwaltungsmann eine Verwaltung führen könne."Ich bin der festen Überzeugung: Ja", sagt Kalle Wassong. Denn auch im Bistum habe er lange Jahre tiefe Einblicke in die Verwaltungsarbeit nehmen können. Und in der Hauptsache müsse ein Bürgermeister Motivator, Impulsgeber und Gestalter sein.
"Ein bisschen mehr Lebendigkeit tut uns gut", meint er lächelnd. Bewährtes und schönes will er erhalten – und denkt dabei vor allem an Natur und Vereinsarbeit. Er stellt sich eine kluge Verwaltung der Ressourcen in der Gemeinde vor -Transparenz in den Prozessen und die Beteiligung der Bürger. Denn die, das ist sein Anliegen, sollen sich alle in dem, was geschieht, wieder finden können. In seinem Programm stehen unter anderem attraktive Ortskerne und der kluge Umgang mit dem demografischen Wandel.
Gielen spannt den Bogen von den Betreuungsmöglichkeiten für die Kleinsten bis hin zur Verbesserung der Pflege und Betreuung für die Älteren. Ebenso stehen die Erhaltung der Schulen, bezahlbare Baugrundstücke, Natur und gut erreichbare Einkaufsmöglichkeiten in seinem Programm. Auch er wünscht sich transparente Prozesse und mehr Beteiligung der Bürger.
Letztere steht auch bei der bisher einzigen Frau in der Kandidatenriege ganz oben. Ihr Leitbild ist das Konzept der "Bürgerkommune". "Der Bürger ist nicht Antragsteller, Steuerzahler oder Wohngeldempfänger, sondern Mitgestalter", sagt sie. In den Traditionen der Gemeinde und im Vereinsleben gebe es "vielfältiges Potential", nicht nur menschlich, sondern auch fachlich. Sie will Netzwerke schaffen, in denen Mitgestaltung funktioniert. Arbeit mit der Jugend, attraktive Schulen, Sicherheit und Ordnung sowie Pflege verbessern und Konzepte für die Ortskerne entwickeln. Außerdem setzt sie auf einer Zusammenarbeit mit Brüggen und Schwalmtal.

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