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Bereits sieben Spender

Bereits sieben Spender
Spender aus Niederkrüchten (v.l.): Marcel Bässler, Julien Liebelt, Eva Kawohl und Johanna Hirschfeld. FOTO: DKMS
Niederkrüchten. Niederkrüchten zeigt Herz und organisiert, ausgelöst durch die Erkrankung der 16-jährigen Pauline, eine Registrierungsaktion. Von der Redaktion

Dass hier hilfsbereite Menschen wohnen zeigt auch die Tatsache, dass aus der Gemeinde alleine bei der DKMS fast 1.000 Bürger bereits als Stammzellspender registriert sind. Mindestens sieben Personen haben in der Vergangenheit selbst schon Stammzellen oder Knochenmark gespendet und machen deutlich: „Hoffnung auf Leben schenken kann so einfach sein“. Mit vier von Ihnen haben wir gesprochen.

Bei Julien Liebelt (19) ist es gerade einmal fünf Monate her, dass er die möglicherweise lebensrettenden Stammzellen für eine Patientin in den USA gespendet hat. Er ließ sich 2015 bei einer Registrierungsaktion an einem Berufskolleg in Viersen in die Datenbank aufnehmen. Ein großer Glücksgriff, zumal der Auszubildende die Altersuntergrenze von 17 Jahren erst ein paar Wochen zuvor erreicht hatte. „Als ich gefühlt erst kurze Zeit später die Nachricht erhielt, dass ich für jemanden in Frage komme, war ich im ersten Moment überrascht. Kurz darauf aber einfach nur noch glücklich, neue Hoffnung geben zu können.“, so der 19-Jährige.

Marcel Bässler (33) hat aufgrund der Tatsache, dass seine kleine Tochter in die Kindertagesstätte geht, in der die Mutter von Pauline arbeitet, von der geplanten Aktion erfahren. Er selbst hat sich vor einigen Jahren bei der Westdeutschen Spenderzentrale registrieren lassen. Vor rund fünf Jahren spendete er Knochenmarkt für seinen genetischen Zwilling, einen damals sechsjährigen Jungen aus Deutschland. Kontakt haben die beiden nicht.

Bei der Hausärztin Johanna Hirschfeld führte eine Diskussion im Bekanntenkreis zum Thema Organspende dazu, dass die damals 30-Jährige Spenderin wurde. Im Gründungsjahr der DKMS, vor sage und schreibe 26 Jahren, fällte sie diesen Entschluss. Vor etwa zehn Jahren kam es dann auch bei ihr tatsächlich zur Knochenmarkentnahme. Leider erhielt sie kurze Zeit später die Nachricht, dass die Patientin (eine etwa gleichaltrige Amerikanerin) es leider nicht geschafft hat; ihr Gesundheitszustand war zu schlecht. Dennoch möchte sie jedem, der zögert, sich registrieren zu lassen mit auf den Weg geben: „Die Spende selbst ist so eine leichte Angelegenheit. Man soll sich da keine Gedanken machen, sondern zumindest die Chance nutzen, jemand schwer Krankem helfen zu können.“

2005 bewegte das Schicksal der damals 10-jährigen Lisa die Region. An einer großen Registrierungsaktion in Wegberg nahm auch Eva Kawohl (34) teil. Dass sie selbst ein paar Jahre später zur Lebensretterin eines jungen Mädchens aus Berlin werden würde, konnte sie damals noch nicht ahnen. „Mich hat es unglaublich gefreut, zu erfahren, dass meine Spende vor ca. fünf Jahren nicht umsonst war. Antonia, mittlerweile 11 Jahre alt, geht es heute sehr gut, sie gilt als geheilt“ schwärmt sie.

Diese vier ganz unterschiedlichen Geschichten zeigen, wie wertvoll die Registrierung in einer Datenbank ist. Wer den ersten Schritt tun möchte und sich als potenzieller Lebensretter aufnehmen lassen möchte, hat am 12. November im Pfarrheim Niederkrüchten die Gelegenheit dazu.

Die Registrierung geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können.

(StadtSpiegel)