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Barrierefreier Blick aufs Moor

Barrierefreier Blick aufs Moor
Sie freuen sich über den barrierefreien Holzbohlensteg (v.l.): Dr. Ansgar Reichmann, Harry K. Voigtsberger, Landrat Dr. Andreas Coenen und Michael Puschmann. FOTO: Kreis Viersen
Niederkrüchten. Der Holzbohlensteg im Elmpter Schwalmbruch bietet einen tollen Blick über das ganze Moor. Jetzt ist es möglich geworden, ganz barrierefrei auf den Steg zu kommen und die Natur zu genießen. Von der Redaktion

Der Naturpark Schwalm-Nette, die Biologische Station Krickenbecker Seen und die NRW-Stiftung haben den fertiggestellten Holzbohlensteg im Elmpter Schwalmbruch offiziell in Betrieb genommen.

Der Steg wurde über den Winter mit Hilfe des Landes NRW und der NRW-Stiftung erneuert. Er ist nun barrierefrei und damit auch mit Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar. Dazu wurde der Bohlensteg auf der Gesamtlänge von 80 Metern auf 1,30 Meter verbreitert. Auf einer Seite ist ein Geländer mit Tastleiste für Sehbehinderte installiert. Der Blick in die Natur ist möglichst ungestört.

„Wir können Rollstuhlfahrern hier die einzigartige Möglichkeit bieten, direkt durch das Moor zu fahren und auf Tuchfühlung mit der Natur zu gehen“, zeigt sich Landrat und Naturpark-Vorsteher Dr. Andreas Coenen von der besonderen Konstruktion begeistert. Das Geländer ist so gestaltet, dass selbst Rollstuhlfahrer auf der Aussichtsfläche einen freien Blick haben. Der Holzbohlensteg ist damit ein wichtiger Baustein zu einem inklusionsgerechten Mobilitätskonzept, das der Naturparkplan vorsieht.

Die NRW-Stiftung unterstütze den Bau mit 14 000 Euro. Deren Präsident, Harry K. Voigtsberger, machte deutlich, dass die Barrierefreiheit bei neuen Bauvorhaben inzwischen eine Selbstverständlichkeit sei. „Projekte wie dieses hier in Niederkrüchten sind beispielhaft dafür, wie sich Barrierefreiheit sinnvoll mit Naturschutz verbinden lässt.“

Der Bau des Holzbohlenstegs mit seinen 45 Gründungspfählen war von viel Handarbeit geprägt, weil schwere Maschinen das Biotop nicht befahren konnten und durften.

„Der Steg bietet die einzige Möglichkeit, in das hochsensible Moor zu gelangen, ohne ihm zu schaden. Damit verhindern wir Zerstörungen an anderen Stellen“, erklärt Naturpark-Geschäftsführer Michael Puschmann.

Der Steg ersetzt einen 20 Jahre alten Steg, der in die Jahre gekommen war. Er ist so konstruiert, dass er eine lange Lebensdauer hat. Der Aussichtssteg ist über die verbesserten Wanderwege von den Parkplätzen Tackenbenden und Kamerickshof nahezu steigungsfrei zu erreichen. Entlang der Wege wurden Hinweisschilder für Rollstuhlfahrer angebracht.

(StadtSpiegel)