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Wie finde ich meine letzte Ruhe?

Wie finde ich meine letzte Ruhe?
Urnengräber auf dem Friedhof in Kaldenkirchen. FOTO: Joachim Burghardt
Nettetal. Wer blickt da noch durch: Was kostet ein Doppelreihengrab, und wie sieht ein Urnenwahlgrab aus? Zur Trauer um einen verstorbenen Menschen kommen meist noch die Fragen, welche Art von Bestattung und welche Grabform auf Nettetaler Friedhöfen überhaupt möglich ist. Aufklärung und Orientierung bietet nun ein übersichtlicher Flyer. Von Joachim Burghardt

Zwölf verschiedene Grabstätten auf Fotos, jeweils mit Angaben zur Dauer des Nutzungsrechts und der anfallenden Gebühren, stellt der handliche Flyer vor. Bestattermeister Robert Hellmann und sein Mitarbeiter, Bestatter Michael Syben, wollten mit ihrem Infoblatt „mal Transparenz in die Sache gebracht haben“. Ihre Motivation laut Hellmann: „Da blickt doch niemand durch, was in dieser Friedhofsgebührensatzung steht.“

Offensichtlich verwirrt diese städtische Satzung mit komplizierten Formulierungen in typischem Beamtendeutsch viele Bürger, wie Bestatter in Trauergesprächen immer wieder erfahren haben. Zudem sorgen Angaben für Verwirrung und Kopfschütteln: So ist auch die Grabgebühr von 2 328 Euro für eine Urnenstele aufgelistet. Doch diese Bestattungsart gibt es noch gar in Nettetal. Im Rathaus heißt es dazu, dass es erst „etwa Ende des Jahres soweit“ sei.

Für Hellmann nur ein Beispiel dafür, wie „unbeweglich“ die Stadt sei: „Die Möglichkeit, eine Urne in eine Wand oder Mauer einzulassen, gibt es in manchen anderen Kommunen längst.“

Mangelhaft das Angebot, starr die Verwaltung, zu hoch die Kosten für Beerdigungen – darüber klagten die Nettetaler Bestatter Hellmann und Hanno Helgers schon im letzten Jahr. So manche Bürger scheinen daraus Konsequenzen zu ziehen: So führt das Bestattungshaus Helgers mittlerweile „20 bis 30 Prozent der Beerdigungen außerhalb Nettetals durch, Tendenz steigend“, besonders der Naturbegräbniswald bei Venlo sei gefragt. Ähnliche Tendenzen hat Hellmann ausgemacht.

Zudem werden die privaten Abschiedsräume der Bestatter häufiger, die kommunalen Friedhofskapellen dagegen seltener genutzt. Weshalb Hellmann die Stadt auffordert: „Wir brauchen in Nettetal eine zeitgemäße Beerdigungskultur.“ Immerhin hat er auch ein Lob parat: Die sechs städtischen Friedhöfe seien „wunderschöne Naturoasen und Begegnungsstätten“.

(StadtSpiegel)