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Wenn Schützen Feste feiern

Nettetal (ur). Remmi demmi – daran denken viele, wenn ihnen der Begriff Schützenfest in den Sinn kommt. Natürlich steckt mehr dahinter, als man denkt. In der heutigen Zeit kümmern sich die Schützen vor allem um die sprichwörtliche Schützenhilfe. Von Ulrich Rentzsch

Tradition ist der Begriff, der das Schützenwesen auch in unserer Heimat am besten widerspiegelt. Robert Hellmann, der die St. Sebastianus und St. Marie Bruderschaft im Jubiläumsjahr (500-jähriges Bestehen) als König anführt, hat dazu die passenden Worte gefunden. „Die Bruderschaften haben die Aufgabe, Traditionen zu wahren, unseren christlichen Glauben öffentlich zu tragen und zu bekennen, an kirchlichen Hochfesten unsere Geistlichkeit zu begleiten, das menschliche Miteinander zu pflegen, den Jugendlichen einen gemeinschaftlichen Halt zu geben, wenn es nötig ist, eventuell auch Aufgaben in der Pfarrgemeinde zu übernehmen.“ Das ganze Interview lesen Sie auf Seite 7.

Vor 500 Jahren wurde die St. Marien Bruderschaft gegründet, um die Marienwallfahrten nach Aachen zu schützen. Das ist in der heutigen Zeit nicht mehr nötig, dennoch sieht Dr. Emanuel Prinz zu Salm Salm, Hochmeister der Historischen deutschen Schützenbruderschaften, dass die Schützen sich weiter kümmern müssen: Vor allem, um den menschlichen Zuhalt zu stärken. Aber auch, um der Jugend eine Orientierung an die Hand zu geben. Glaube, Freundschaft und menschliche Wärme seien wichtige Werte unseres Lebens. Die Lobbericher feiern ihr Jubiläumsschützenfest am kommenden Wochenende, vom 26. bis 19. August. Lesen Sie dazu unsere Sonderseiten 6 bis 8.

Eine Woche später, vom 2. bis 6. September, feiert die St. Lambertus & Junggesellenbruderschaft Kaldenkirchen ihr Schützenfest. Zwar steht in diesem Jahr kein Jubiläum auf dem Programm, etwas Besonderes können die Kaldenkirchener dennoch liefern: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte steht eine Schützenkönigin an der Spitze der Bruderschaft. Carola Verkoyen holte Anfang April den Vogel von der Stange. Überzeugt sind die Kaldekirchener Schützen, ihre Bruderschaft wurde 1597 gegründet, auch heute vom Wahlspruch „Glaube, Sitte, Heimat“. Das müsse über all ihrer Arbeit stehen, heißt es auf ihrer Internetseite. „Verantwortung übernehmen und Verantwortung tragen ... nur so können wir die Zukunft meistern.“

Die Bevölkerung ist aufgerufen, an den Schützenfesten teilzunehmen, sowohl an den Aufzügen im jeweiligen Ort oder an den Feierlichkeiten im Zelt. Denn auch die Geselligkeit zu pflegen, gehört zu den Aufgaben der Schützen.

(StadtSpiegel)