Von Höcksken auf Stöcksken

Wir haben keine Argumente gefunden

Als wir uns früher unterhielten, waren wir sorglos. In der heutigen Zeit, so war der Tenor in unserer Runde, könnte ein bedeutender Nationalsozialismus nicht mehr entstehen. Viel zu viele würden sich mit aller Entschlossenheit dagegenstellen und würden die unbelehrbaren Rechten zurückdrängen. Ohne Gewalt natürlich, nur mit Argumenten. Dabei helfen würden Texte und Bilder in Presse, Fernsehen und Internet. So hatten wir gedacht. Und jetzt? Falsch gedacht. Von Uli Rentzschmehr

Von Höcksken auf Stöcksken

Himmlische Ruhe inmitten der Stadt

Ich brauch kein' Schlaf, wer wacht, geeee-winnt. Der Grönemeyer Herbert mag das halten wie ein Dachdecker, wir bestehen auf unserer Ruh. Aber wir sind nicht ganz so pingelig. Wenn gleich nebenan ein neues Haus gebaut wird, quietschen spätestens ab 7 Uhr in der Früh die Kräne. Da sind wir natürlich schon wach und haben den Kaffee schon auf. Abends wird gleich im Haus daneben schon mal gefeiert. So bis Mitternacht. Wir hören die Stimmen und die Musik, aber wir verstehen nicht jedes Wort. So ist das im Süden von Lobberich. Die meisten von uns können gut damit leben, obwohl wir am Rand von Great-Nettetal wohnen und gleich um die Ecke See, Wald und Feld beginnen. Von Uli Rentzschmehr

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Der Mond ist voll, die Arme sind leer

Vollmond. Am kommenden Freitag. Schwarze Katzen kreuzen den Weg. Überall stehen Leitern auf dem Gehsteig. Gefährlich säuselnd haucht der Wind um die Ecken. Man glaubt, er kichert kehlig. Die Aussichten, dass wir in der Nacht den Weg nach Hause auch ohne Taschenlampe finden, stehen gut. Schatten in der Nacht: das funktioniert nur bei Vollmond. Wenn der Himmel frei ist. Gut, dass Freitag ist. Man kann am Samstag ganz in Ruhe ausschlafen. Von Uli Rentzschmehr

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Kommunalwahl - immer und überall

Als der Stadtverordnete Manfred Schmitz von der Wählergemeinschaft Aktive Bürger Nettetal (ABN) relativ frisch nach den Kommunalwahlen zur Fraktion der Alternative für Deutschland (AfD) wechselte, haben wir an dieser Stelle betont, dass dieses Vorgehen nicht im Sinne der Wähler gewesen sein könne. Ob alle, die neben Schmitz ABN ihr Kreuzchen machten, auch das gleiche neben Schmitz AfD gesetzt hätten, das ist die wohl entscheidende Frage. Von Uli Rentzschmehr

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Welches Schicksal interessiert uns noch?

Ein Bettler, offensichtlich fremdländisch und auf Krücken gestützt, habe in der Viersener Fußgängerzone einen gut gekleideten Herrn um eine Spende gebeten. Der wiederum habe prompt geantwortet: "Ich habe kein Kleingeld. Ich hab nur eine Scheckkarte; und die hast du wohl nicht." Den Inhalt dieses Leserbriefes, der in vergangenen Woche unsere Redaktion erreichte, haben wir an dieser Stelle kurz zusammengefasst. Der Verfasser fragt schließlich, ob nicht ein einfaches "nein" gereicht hätte. Habe man das Recht, so von oben herab mit seinen Mitmenschen umzugehen? "Es geht nicht um das 'Warum?', es geht um die Art und Weise, wie dieser Mensch sich gegenüber dieser Person verhalten hat. Natürlich ist den meisten klar, dass viele dieser Menschen in organisierten Banden tätig sein müssen, dass viele Menschen zum Betteln gezwungen werden, doch wer von uns weiß wirklich um das Schicksal jedes Einzelnen?", schrieb uns Roman Skronski. Von Uli Rentzschmehr

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Die Zeit macht nur vor dem Teufel Halt

Wir freuen uns, dass Sie am Mittwochmorgen völlig ausgeruht und vor allem ausgeschlafen in den Tag gestartet waren. Schließlich gab es in dieser Nacht eine Sekunde oben drauf, völlig kostenfrei. Eine zusätzliche Sekunde. Die Wissenschaftler nennen das eine Schaltsekunde. Die wurde notwendig, weil sich unsere Erde immer langsamer dreht. Also müssen immer mal wieder Sekunden eingefügt werden. Wir werden den kompletten Stillstand der Erde nicht mehr erleben, aber wir wollen in den paar Jahren, die wir noch haben, mit der Zeit gehen. Wer in der Nacht zum Mittwoch Schicht schieben musste, konnte wenigstens mal für einen Moment durchatmen. Von Uli Rentzschmehr

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Dreh dich nicht um, da kommt was auf dich zu

Wir alle mögen diese alten Schinken. Nicht diese Stummfilme mit der Pianodauerbegleitung. Gemeint sind die aus den 70er Jahren. Die mit den prächtigen Farben und den todschicken Damenfrisuren. Jetzt waren Burt Lancaster und Dean Martin zu sehen. "Airport" hieß der Film. Auch wenn man sich permanent selbst überlisten und so tun wollte, dass die Handlung nicht den vorhersehbaren Verlauf nehmen würde, war es klar, dass Dean Martin die Maschine sicher nach Hause bringt. Wussten wir es doch. Wieder einmal. Von Uli Rentzschmehr

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Auch der heilige Vater kann mal irren

Auch wenn der heilige Vater es anders sieht: Wir müssen auch mal über Fußball sprechen. Gerade jetzt. Wir haben genug Themen, die bald zum alten Käse werden, wenn nicht ausgiebig diskutiert wird. Norbert beispielsweise ist schwer begeistert von seiner Borussia. Empor gestiegen aus den Tiefen der Relegationsspiele gegen den Abstieg. Gewachsen in der Europa-Liga und nun auf dem Furore-Sprung im Vergleich mit dem Besten, was ganz Europa zu bieten hat: Die Champions-League. La-la-lalla-la ... Sie kennen ja die Melodie. Ach, unsere Borussia. Von Uli Rentzschmehr

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Am Ende des Weidezauns in Voursenbeck

Holperstraßen und -wege, um ihre Stoßdämpfer besorgte Bürger, der Wunsch nach geraden, asphaltierten Flächen (genau so wie früher immer schon war) auf der einen Seite und ein ganz simpler Grund, der alles dies verhindert: Kein Geld – oder Finanzdruck, wie es die Stadt Nettetal jetzt erklärte. Um Straßen, Wege und Plätze im möglichst besten Zustand halten zu können, kreisen nun wie schon im vergangenen Jahr die Mitarbeiter der GDS Geo Daten Service GmbH über Nettetals Straßen: Ihre Aufgabe: Erfassen und Bewerten. Von Uli Rentzschmehr

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Die Last auf mehreren Schultern

Weil die Welt sich weiter dreht, rauschen die Nachrichten im Schweinsgalopp an uns vorbei. Wie viel bleibt uns in Erinnerung? Was bedrückt uns auch nach Monaten? Was erfreut uns auch im kommenden Jahr? Ganz aktuell rollen viele unserer Mitbürger mit den Augen, wenn sie hören, welche Summen Griechenland von Deutschland als Reparationsforderung nennt. 278,7 Milliarden Euro. Da müsste jeder Deutsche, angefangen vom gerade auf die Welt gekommenen Baby bis zur ergrauten Seniorin, durchschnittlich 3.400 Euro auf den Tisch legen. Klingt doch irgendwie nach Pappenstiel. Von Uli Rentzschmehr

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Die Freiheit, das Radio abzuschalten

Vier Echos für Helene Fischer. Viele glauben, dass man über diese Auszeichnungen nur lachen könne. Genau so viele klatschen Beifall, wenn "Komikerin" Carolin Kebekus diejenigen, die sich Helene im Fernsehen oder auf DVD ansehen, als Hirntote bezeichnet. Und viele reiben sich vergnügt die Hände, wenn der englische Sänger Noel Gallagher über die Autorin von "Atemlos", Kristina Bach, hetzt. Helene könne ja nichts für den Song. Man müsse immer genau nachschauen, wer solche Songs schreibe. Das wären ein paar Typen in seinem Alter, die zu fett seien, um Rockstars zu sein, eine Glatze hätten und Scheißsongs schrieben. Von Uli Rentzschmehr

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Von der unbändigen Lust, sich zu verzetteln

"Siessese?" Gestern hatte die Lesebrille noch auf der gefalteten Zeitung gelegen. "Nee", muss ich zurückrufen. "Hassese jetzt?" "Kannssema mitsuchen?" "Annama." Siessema, denke ich, so isse. Die Brille brauchte ich, weil ich im facebook einen Eintrag von Iris Kater gefunden habe und noch mal genau nachlesen wollte, wie sie dort formuliert hatte. Die Dame hat den sehnlichen Wunsch, Bürgermeisterin in Viersen zu werden und veranstaltet nach Bedarf ein Frühstück, bei dem sich vornehmlich Viersener Bürger mit ihr treffen und über Dies und Das und über Jenes plaudern können. Dabei kommt die gute Iris von Höcksken auf Stöcksken und findet das ganz charmant, wie sie bei facebook notierte. Von Uli Rentzschmehr