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Schlüsselübergabe in der Moschee

Schlüsselübergabe in der Moschee
Schlüsselübergabe in der Moschee: Ismail Bayrak (rechts) ist der Nachfolger von Tahir Yavuz. FOTO: Joachim Burghardt
Nettetal. Ismael Bayrak ist neuer Vorsteher der muslimischen Gemeinde und setzt auf Frauen und Jugend. Nach zehn Jahren Vorstandsarbeit hatte Tahir Yavuz nicht mehr kandidiert. Von Joachim Burghardt

Besonnen und zielgerichtet will er seine Aufgabe angehen: „Es wird keine tiefgehenden Veränderungen geben, die Gemeinde ist gut aufgestellt“, sagte Ismail Bayrak aus Lobberich. Der neue Vorsteher der Türkisch-Islamischen Gemeinde Nettetal hat die Nachfolge von Tahir Yavuz angetreten, der rund zehn Jahre verantwortlich in der Gemeindeleitung wirkte. Symbolisch übergab jetzt Yavuz den Schlüssel zur Moschee an seinen Nachfolger.

Bayrak will an Yavuz‘ Konzept anknüpfen: „Den regelmäßigen Austausch etwa mit politischen Parteien und Gremien wollen wir selbstverständlich weiter pflegen“, kündigte Bayrak an. Sein Vorgänger habe manches positiv weiterentwickelt. In seiner Bilanz wies Yavuz, ehemals auch Vorsitzender des Integrationsrates, darauf hin, dass mittlerweile die Predigten in der Moschee auch auf Deutsch vorgetragen werden. Zudem wurde an die Moschee ein kleines Minarett angebaut.

Yavuz hätte sich mehr intensive Kontakte zu den christlichen Gemeinden gewünscht: „Vielleicht tut sich da in Zukunft etwas“, hofft er. Der 59-Jährige scheide zwar „mit einem guten Gefühl“ und stehe gern als Berater weiter zur Verfügung, aber nach so vielen Jahren sei es an der Zeit, dass andere Verantwortung übernehmen. So wurde auf der Gemeindeversammlung ein komplett neuer Vorstand gewählt, darunter Bayrak, 58 Jahre alt, als Vorsteher sowie drei Frauen.

Zu den Aufgaben des Gemeindevorstehers und seines Vorstandes gehören laut Bayrak die Zusammenarbeit mit dem Hodscha, dem Geistlichen der Gemeinde, die Organisation von Veranstaltungen und der Kontakt zu muslimischen Nachbargemeinden. „Besonders wichtig sind uns Schwerpunkte wie Jugend- und Frauenarbeit, langfristig wünschen wir uns auch eine Theologin für unsere engagierten Frauen“, sagt Bayrak.

(StadtSpiegel)