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Ran an die Wissenschaft

Nettetal. Bei den Stadtwerken Nettetal können Schülerinnen und Schüler Naturwissenschaften hautnah erleben. In einem Projektkurs führt der örtliche Energie- und Wasserversorger an naturwissenschaftliche Berufe heran. Fünf Tage lang beschäftigen sich die Gymnasiasten mit dem Thema Hydrogeologie, der Wissenschaft vom Wasser in der Erdkruste. Von der Redaktion

Für den praktischen Teil trafen sich die neun Schülerinnen und Schüler der Oberstufenjahrgänge des Werner-Jäger-Gymnasiums auf dem Gelände des Wasserwerks Lobberich.

An diesem Tag bestimmen die Schüler die Durchlässigkeit und Beschaffenheit des Bodens. Mit Hilfe von zwei unterschiedlich großen Ringen, die in den Boden eingestochen und mit Wasser gefüllt werden, ermitteln sie, wie schnell Niederschläge versickern. Niederschläge, die in den Erdboden eindringen, bilden einen wichtigen Teilprozess des Wasserkreislaufes. Der Prozess trägt dazu bei, dass sich der Grundwasserhaushalt regeneriert. Ein ausgewogener Wasserhaushalt sichert die Trinkwasserversorgung unserer Region. An anderer Stelle wird der Hammer geschwungen, um ein schmales Rohr in die Erde zu treiben. Mit dem Bohrstock sondieren die jungen Forscher den Boden auf dem Wasserwerksgelände. Anhand des gewonnenen Bodenprofils können die Schüler die Beschaffenheit des Bodens bestimmen. Der Querschnitt spiegelt die wichtigsten chemischen und physikalischen Veränderungen im Boden wider. „Mit unserem Angebot wollen wir Schülerinnen und Schülern umfassende Einblicke über die naturwissenschaftlich-technische Ausbildung geben und ihnen dadurch eine frühzeitige Orientierung im Hinblick auf Studium und Beruf ermöglichen“, erklärt Norbert Dieling, Geschäftsführer der Stadtwerke Nettetal. „Uns ist es wichtig, bei den Schülern, das Interesse am Studium in den MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – zu wecken. Nur so können wir Nachwuchs für wissenschaftliches Arbeiten begeistern und für uns gewinnen.“

Bereits seit 2012 unterstützen die Stadtwerken Nettetal die Schülerakademie am Werner-Jäger-Gymnasium. Finanziert und umgesetzt wird der Projektkurs von den Stadtwerken Nettetal. Die Gymnasiasten erhalten dabei einen Einblick in die Wasserwirtschaft, Trinkwasserversorgung sowie Wassergewinnung. Zudem werden Kenntnisse zu den Themen Wasserkreislauf, Bodenkunde und Grundwasser vermittelt. Die fünf Module umfassen 20 Schulstunden, die vierzehntägig im Block von vier Stunden mit einem Theorie- und Praxisteil unterrichtet werden. Gruppenarbeiten, Arbeiten im Gelände und praktische Arbeiten im Wasserwerk Lobberich gehören dazu. Ergänzt wird der Projektkurs durch verschiedene Versuche beispielsweise am Pumpmodell und chemische Laboranalysen. Ein Besuch der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen im Lehrstuhl Ingenieurgeologie und Hydrogeologie ist ebenfalls geplant. Im Anschluss an jeden Block präsentieren die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse und diskutieren sie mit allen Teilnehmern. Abschließend erstellen die Schüler eine Präsentation oder Facharbeit, in der das Thema vertieft und die Ergebnisse gebündelt dargestellt werden. Die Teilnahme an der Schülerakademie können sich die Gymnasiasten zertifizieren und für die MINT-Fächer anrechnen lassen.

Die Schülerakademie am Werner-Jäger-Gymnasium basiert auf der intensiven Zusammenarbeit von Gymnasium, Unternehmen und Hochschule. Aufgabe der Unternehmen ist es, die Tätigkeit von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern zu demonstrieren. Dies geschieht im Rahmen eines praxisorientierten Seminars über drei Monate. Dirk Hintze, Lehrer für Chemie und Biologie am Werner-Jaeger-Gymnasium, freut sich über den nicht alltäglichen Einblick, den die Stadtwerke Nettetal seinen Schülerinnen und Schülern ermöglichen: „Durch den Projektkurs sehen wir die Arbeiten, die für die Bereitstellung von Trinkwasser notwendig sind, mit anderen Augen. Die meisten von uns hatten die Vorstellung, dass die Aufbereitung von Trinkwasser sozusagen auf Knopfdruck funktioniert. In der praktischen Arbeit wurde schnell deutlich, dass Wasserversorger in ständiger Bereitschaft für unser Trinkwasser sind. 24 Stunden am Tag kümmern sich Mitarbeiter der Wasserwerke, damit das System rund läuft und wir mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser versorgt werden.“

(StadtSpiegel)