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Prüfung ohne Stress

Prüfung ohne Stress
Fahrlehrer Knut Weisz und Fahrschülerin Franziska Schroers: Mit einer speziellen App für das Mobiltelefon ist nun selbst das Lernen für die praktische Prüfung möglich. FOTO: Uli Rentzsch
Nettetal. Wer möchte nicht völlig entspannt in die praktische Führerscheinprüfung gehen? Wer möchte das gute Gefühl von Sicherheit spüren, wenn der Prüfer vorschlägt, jetzt doch mal die Autobahn zu nutzen? Von Ulrich Rentzsch

Mit einem besonderen Programm soll nun das Lernen und die Vorbereitung auf die praktische Führerscheinprüfung ohne großen Aufwand und bequem am Computerbildschirm oder sogar auf den Handy möglich sein. Das Besondere: Die Verkehrssituationen, die in einem brandneuen Programm einer Firma aus Herford gezeigt werden, sind tatsächliche „Brennpunkte“ aus dem Viersener Prüfungsgebiet. Keine Kreuzung aus Hamburg, Berlin oder Köln, sondern die Autobahnauffahrt in Viersen.

„Man kann sich in aller Ruhe zu Hause gerade die Prüfungs-relevanten Verkehrssituationen anschauen, bei denen häufig Fehler gemacht werden“, erklärt Fahrlehrer Knut Weisz aus Nettetal. Schon während der Fahrstunden würden die knifflige Momente geübt. Allerdings könnten die Fahrschüler nun diese Situationen zusätzlich vertiefen und die Handlungsabfolgen automatisieren.

Alle, die schon im Besitz des Führerscheins sind, erinnern sich: Mehrspurige Straße, man will links abbiegen und muss den Fahrstreifen wechseln. Was ist tun und vor allem in welcher Reihenfolge? In den Spiegel schauen, Blinker setzen, Schulterblick. Ist frei? Wenn ja, Fahrstreifen wechseln.

Die Kamera fährt nicht nur auf diese besondere Situation zu. Gefilmt wurde von einem Profikameramann aus verschiedenen Perspektiven. Knut Weisz gab die textlichen Hinweise, professionell wurde nachvertont. 40 verschiedene Situationen aus dem hiesigen Prüfungsgebiet sind abrufbar. Knut Weisz selbst wurde auf dieses Programm über ein Forum aufmerksam und entschied sich, dieses zusätzliche Unterrichtsmaterial einzusetzen.

Jede Stadt hat ihre „kniffligen“ Stellen. Obwohl oft geprobt, scheitern viele Prüflinge gerade hier – mag es der Prüfungsstress sein oder mag es an den besonderen Schwierigkeiten im speziellen Fall liegen. In den einzelnen Szenen wird deutlich erklärt, wie sich der Fahrschüler zu verhalten hat.

Wie wichtig das ständige Lernen grundsätzlich sein kann, erläutert Knut Weisz: „Die Statistik zeigt, dass erst nach sieben Jahren oder rund 100.000 Kilometer nach Führerscheinerhalt ein sicheres Fahren beobachtet werden kann.“

(StadtSpiegel)