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Naturpark Schwalm-Nette
Passen bald Ranger auf?

Naturpark Schwalm-Nette: Passen bald Ranger auf?
Diese Mountainbiker verhalten sich richtig im Naturpark. Sie nutzen die Wege und verhalten sich rücksichtsvoll. FOTO: jb
Nettetal. Die Biologische Station Krickenbecker Seen fordert mehr Schutz für Pflanzen und Tiere. Ranger sollen den Naturpark schützen. Von Joachim Burghardt

Wenn Mountainbikes durch Artenschutzgewässer rasen, hört der Spaß auf: "Das Bewusstsein für den Naturschutz nimmt rapide ab, der Druck auf die Natur nimmt zu", klagt Ansgar Reichmann. Der Chef der Biologischen Station Krickenbecker Seen sorgt sich, dass das Naturerlebnis immer mehr durch rücksichtsloses Freizeitvergnügen pervertiert werde. Deshalb schlug Reichmann jetzt Schutzmaßnahmen, wie die Einführung eines Ranger-Systems, vor.

"Einfach unglaublich" fand Reichmann den Vorfall an den Krickenbecker Seen, den er als Beispiel für dreiste Auswüchse im Naturschutzgebiet schilderte: An der Schlossallee, direkt am Ufer, wurde sonntags gegrillt, Hinweise aufs Verbot fanden keine Beachtung: "Da musste dann die Polizei gerufen werden!" Zudem würden Blumen zertrampelt, Wasservögel durch frei laufende Hunde aufgeschreckt. Und das ausgerechnet zu einer Zeit, in der der Naturschutz Früchte trage: Vor Jahrzehnten hier ausgestorbene Arten wie Schilfrohrsänger oder Rohrweihe haben sich wieder angesiedelt. Auf Massenbetrieb sei der Naturpark nicht eingestellt, weil wichtige touristische Voraussetzungen fehlten, etwa Wegeverbindungen zwischen den einzelnen Schutzgebieten im Naturpark. Der Biologe nannte Verbesserungsvorschläge. So könnten mehr Freilaufzonen für Hunde eingerichtet werden, damit geschützte Gebiete hundefrei blieben. Zudem könnte manch ein Wirtschaftsweg als Rad- und Wanderweg ausgewiesen, dadurch Lücken im Verbindungsnetz geschlossen werden, um Querfeldeinfahrten vorzubeugen.

Reichmann: "Es ist an der Zeit, über Ranger im Naturpark nachzudenken." Und zwar "nicht nur für Knöllchen, auch für Aufklärung". Anfangs seien ehrenamtliche Naturschützer vorstellbar, grundsätzlich aber gehe es um "Ordnungshüter mit Kontrollfunktion" nach holländischem Vorbild. Er hoffe, dass die frühere Skepsis im Kreis Viersen und damit im Naturpark einem neuen Bewusstsein für ein Ranger-System weiche. Reichmann: "Langfristig brauchen wir Ranger mit den Kompetenzen einer Politesse."

(StadtSpiegel)