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Orientierung an den Lebensphasen

Orientierung an den Lebensphasen
Jochem Dohmen (Sparkasse Krefeld), Andrea Wicke (Leiterin der Akademie Heydevelthof), Christian Wagner (Bürgermeister), Birgit Weber (Kompetenzzentrum Frau und Beruf Mittlerer Niederrhein) (von links) beim 7. Nettetaler Wirtschaftsfrühstück im Heydevelthof. FOTO: Stadt Nettetal
Nettetal. „Familienfreundliche Unternehmen werden beim Ringen um qualifizierte Fachkräfte langfristig die Nase vorn haben“, davon ist Birgit Weber vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf Mittlerer Niederrhein ganz fest überzeugt. Von der Redaktion

„Die Firmen werden mit dieser Aufgabe aber nicht allein gelassen, sondern können hierzu auf ein kompetentes Netzwerk in der Region zurückgreifen“, erklärte sie beim 7. Nettetaler Wirtschaftsfrühstück unter dem Thema „Erfolgreich! Nachhaltig! Familienfreundlich in die Zukunft“. Bürgermeister Christian Wagner und Jochem Dohmen, Repräsentant der Sparkasse Krefeld, begrüßten mehr als 60 Unternehmer zur frühen Stunde im Heydevelthof. Damit war der Tagungsraum „Seerose“ in der Akademie bis auf den letzten Platz belegt.

Die demographischen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Bevölkerung nimmt ab und damit auch die Menschen im erwerbsfähigen Alter. Für den Kreis Viersen bedeutet das, dass es laut Berechnungen von IT-NRW bis 2040 rund 38 000 Menschen weniger Menschen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren geben wird, als noch 2014. „Erste Engpässe machen sich aber schon heute in den Bereichen Gesundheit, Energie, Elektro und Mechatronik bemerkbar“, sagte Weber. Aber was können Firmen, vor allem kleinere und mittlere, tun? Die Antwort ist für Weber ganz einfach: „Lebensphasenorientierte Personalpolitik“ heißt das Zauberwort. Selbstverständlich stünden hierbei Frauen und hier besonders Mütter, die in Teilzeit arbeiten, sich ausbilden oder in den Beruf zurückkehren wollten, im Vordergrund. „Denken Sie aber auch an berufstätige Väter, die Elternzeit nehmen und sich um das Kind kümmern oder um Mitarbeiter, die Angehörige pflegen. Unsere Gesellschaft verändert sich und die Menschen haben unterschiedliche Lebensphasen“, erklärte Weber.

Das Kompetenzzentrum unterstützt Betriebe, hier die richtigen betrieblichen Rahmenbedingungen zu schaffen, wie zum Beispiel beim Wiedereinstieg der Mitarbeiter, bei der Gestaltung von flexiblen Arbeitszeiten oder der Fachkräftesicherung generell. Angeboten werden außerdem Workshops, individuelle Einzellösungen, gute „best practice“ Beispiele aus anderen Betrieben oder die Hilfe bei Förderanträgen.

Bürgermeister Wagner lädt die Betriebe dazu ein, dieses Angebot anzunehmen und die Veränderungen als Chance zu verstehen: „Wer hier gut aufgestellt ist, wird als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen“, fasste er zusammen. Das nächste Wirtschaftsfrühstück findet übrigens am Mittwoch, 11. Mai statt.

Competentia – das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Mittlerer Niederrhein ist bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen angesiedelt und ein Verbundvorhaben mit dem Institut für Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Gesundheitsförderung und Effizienz der Hochschule Niederrhein (A.U.G.E. Institut, Projektleitung). Competentia sucht gerade gute Beispiele familienorientierter Personalpolitik aus der Region, die in einer Broschüre veröffentlicht werden sollen.

Weitere Informationen: www.competentia.nrw.de/mittlerer-niederrhein

(StadtSpiegel)
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