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Offene Türen in Nettetaler Betrieben

Offene Türen in Nettetaler Betrieben
Anschauungsunterricht vor Ort: In der Firma Saage Treppen erfuhren die Schüler, wie Stahl für die Herstellung einer Treppen gebogen werden muss.
Nettetal. Auch wenn die Temperaturen zum Besuch am See oder im Schwimmbad einluden – der Tag der offenen Türe in Nettetaler Betrieben war auch in diesem Jahr ein großer Erfolg. Bereits zum neunten Mal ließen Nettetaler Unternehmen hinter die Kulissen blicken und gaben so wertvolle Tipps zur Wahl des Berufes. Von der Redaktion

Rund 440 Schülerinnen und Schüler der Nettetaler Schulen (Werner-Jaeger-Gymnasium, Realschule, Gesamtschule, Hauptschule und Rhein-Maas-Berufskolleg) folgten der Einladung der Betriebe, 380 davon gehen aktuell in die achte Klasse, etwa 60 Schüler besuchen die 11. Klasse des Rhein-Maas-Berufskollegs. Insgesamt wurden mehr als 180 Berufsbilder dargestellt, 83 Betriebe nahmen sich die Zeit, bis zu drei Schülergruppen durch die Unternehmen zu führen.

In der Werbeagentur Josten und Barz wurden die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten erklärt. Neben den kreativen Begabungen ist hier besonders wichtig, sich in den Kunden hineinzuversetzen und die Produkte in Print und Web bestens zu präsentieren. Die unterschiedlichen Werbeträger wurden anschaulich vorgeführt und der Weg zum fertigen Produkt anhand eines zu entwickelnden Logos für einen Kieferorthopäden erläutert.

Im Badstudio „Balneum: Art“ in Leuth brachte man den Teilnehmern die Badgestaltung anhand einer Ausstellung nahe. Im Anschluss begann die eigene Planung, so dass der Kreativität freien Lauf gelassen wurde. Auch die Firma Stiels Werbedruck setzt mit ihrer Tochterfirma „in.webs GmbH“ auf kreative Köpfe. Die Schwerpunkte der Betriebsbesichtigung lagen aber auch im Verwaltungsbereich und dem Druckbetrieb. Hier erfuhren die Teilnehmer, dass 90 Prozent aller Geschenk- oder Gutscheinkarten in dieser Firma in Kaldenkirchen produziert werden. Mit großer Begeisterung nahm die Suthor Papierverarbeitung GmbH am Tag der offenen Türe teil. Wie auch in den Vorjahren stellten die Schüler in einem Praxisbeispiel selber Handfächer her – die sich aufgrund der hohen Temperaturen diesmal besonders großer Beliebtheit erfreuten.

Die Croda GmbH stellt hochwertige Rohstoffe für den Einsatz in der chemischen, technischen, kosmetischen und pharmazeutischen Industrie her. Die Schüler durften unter Anleitung der Forschungsabteilung eine eigene Körperlotion und eine Waschlotion herstellen. Bei der HC GmbH führte Seniorchef Helmut Clemens führte durch den Betrieb, der in Lohnfertigung individuelle Bauteile für Automotoren, Motorräder, medizinische Geräte oder auch Flugzeuge, so zum Beispiel eine Rückleuchte für einen Airbus, herstellt. „Die hochmodernen CNC-gesteuerten Fertigungsmaschinen sind wichtig. Noch wichtiger sind aber qualifizierte Mitarbeiter, die diese Maschinen bedienen können“, so Clemens.

Die Firma Saage Treppen besteht seit über 60 Jahren und ist spezialisiert auf Treppenbau und Geländerlösungen. Hier konnten sich die Schüler anschauen, wie im Biegeservice Stahl zu einem Teil eines Treppengeländers gebogen wurde und erfuhren aus erster Hand, was es heißt, eine Treppe von der Skizze bis zum fertigen Produkt zu erstellen. Das Stahlbauunternehmen Hankmann setzt maßgeschneiderte Konstruktionen weltweit um. Und das in Größenordnungen, die die Schüler bei ihrem Besuch staunen ließen. Mit modernsten Verarbeitungs- und Fertigungssystemen werden beispielsweise riesige Siebmaschinen oder Containerbauten für Asphaltmischanlagen hergestellt. Als Andenken fertigten die Teilnehmer einen eigenen – ebenfalls sehr großen – Flaschenöffner.

Der KFZ-Meisterbetrieb Wulf Franke ist seit Anfang des Jahres auf der Heinrich-Haanen-Straße zu finden, der Inhaber freut sich über die nun ausreichenden Platzverhältnisse und brachte den Teilnehmern den Alltag in einer KFZ-Werkstatt näher. Mit dem Schlagschrauber durften die Jugendlichen dann unter anderem die Reifen eines Autos auf der Hebebühne wechseln oder Daten aus der Bordelektronik analysieren. Die Firma CTX Thermal Solutions ist Anbieter von Elektronikbauteilen und vertreibt Kühllösungen für alle möglichen Anwendungsgebiete. Kalkulation ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Beim Tag der offenen Türe durften sich die Teilnehmer deshalb selbst an einer Angebotskalkulation betätigen und erfuhren nebenbei noch viel Wissenswertes über das weltweit tätige Unternehmen.

Bürgermeister Christian Wagner, der ebenso wie Bildungskoordinatorin Heike Rose den Weg in die Unternehmen suchte, war froh über den neuerlichen Erfolg der Veranstaltung: „Wir freuen uns sehr über das positive Feedback aus den teilnehmenden Unternehmen. Es ist schön, dass sich die Schülerinnen und Schüler erneut einen Einblick in die Berufswelt verschaffen konnten. Die Betriebe bemühen sich dabei sehr, den Jugendlichen das interessante Spektrum der jeweiligen Berufszweige zu präsentieren. Das umfangreiche Angebot von Ausbildungsberufen ist ein Spiegelbild unserer vielfältigen und hoch entwickelten Unternehmen in Nettetal.“

(StadtSpiegel)