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Nettetaler Eselsohr-Jury hat sich entschieden

Nettetaler Eselsohr-Jury hat sich entschieden
Der Sieger: Das Eselsohr 2015 geht an Peer Martin.
Nettetal. Ein Buch, das unter die Haut geht: heftig, brandaktuell und sehr nachhaltig! Das ist die Meinung der jugendlichen Jury zum Eselsohr 2015, dem von der Stadtbücherei Nettetal vergebenen Preis für das beste Jugendbuch. Von der Redaktion

Die Geschichte des gekrönten Titels von Peer Martin wird aus zwei Perspektiven erzählt: Calvin ist Mitglied einer rechten Jugendgang, die alle Ausländer bis aufs Blut hasst. Zuhause vernachlässigt, ist die Clique für ihn wie ein Zuhause.

Nuri hat ebenfalls kein Zuhause mehr. Sie kommt als syrischer Flüchtling mit ihrer Familie nach Deutschland und wohnt in einem Asylbewerberheim ganz in Calvins Nähe. Als Calvin und Nuri aufeinandertreffen und sich verlieben, verändert das Calvins Gesinnung radikal. Er versucht einen Ausstieg aus der rechten Szene und wird selbst Opfer von Hass und Gewalt. Dieser Wandel wird nach Ansicht der Jury absolut nachvollziehbar und spannend erzählt.

Doch auch Nuris Geschichte von ihrer Kindheit in Syrien, dem grausamen Bürgerkrieg, ihrer Flucht und dem Leben im Asylbewerberheim hat die Jury tief beeindruckt. Sie gibt den nüchternen Nachrichten über Flüchtlingszahlen und Kontingente ein menschliches Gesicht, das Empathie und Mitfühlen erst möglich macht. Das schonungslose Aufeinandertreffen dieser beiden in völlig unterschiedlichen Kulturen aufgewachsenen jungen Menschen, die letztlich doch einen Weg zueinander finden, macht Mut für ein Miteinander jenseits aller Vorbehalte. Peer Martins Jugendbuchdebüt ist sehr eindringlich geschrieben, es beeindruckt nachhaltig. Und die Geschichte von Calvin und Nuri geht weiter. Was will man mehr?

Über alle 13 nominierten Jugendbücher informiert eine Titelliste, sie sind in der Stadtbücherei auszuleihen.

(Report Anzeigenblatt)