| 14.12 Uhr

Nähen verbindet!

Nähen verbindet!
Brigitte Schmitz von der Kolpingfamilie Schaag hilft Senait aus Eritrea beim Nähen. FOTO: Joachim Burghardt
Nettetal. Geflüchtete und deutsche Frauen sind gemeinsam kreativ bei der Arbeit an gespendeten Nähmaschinen. Das Projekt der Nettetaler Flüchtlingshilfe soll ausgeweitet werden. Von Joachim Burghardt

Sie nähen und nähen. Konzentriert und still die einen, plaudernd und lachend die anderen – aber allesamt stolz, wenn aus Stoffen fertige Tücher oder Taschen werden.

„Uns geht es darum, dass wir voneinander lernen, dass wir gemeinsam kreativ sind und Spaß dabei haben“, sagt Brigitte Schmitz von der Kolpingfamilie Schaag. Sie ist eine der ehrenamtlich engagierten Nettetalerinnen, die die wöchentlichen Nährunden im „Leutherheider“, einer Unterkunft für geflüchtete Menschen des Kolpingwerks, organisieren und begleiten.

Im Vordergrund steht dabei die Integration: „So manche geflüchteten Frauen sind dankbar, wenn sie eine Aufgabe haben. Sie wollen nicht einfach nur warten, was aus ihrem Asylantrag wird“, sagt Schmitz.

Raus aus der Isolation, rein ins aktive Miteinander heißt’s für die Frauen aus verschiedenen Nationen und Kulturräumen: wie die Schwestern Hawraa und Zahraa aus dem Irak etwa, Senait aus Eritrea oder Hana aus Syrien. Ermöglicht wurde das Projekt von der Aktion „Viele Stunden für den guten Zweck“ der Provinzial Rheinland in Düsseldorf, an der sich auch die Kaldenkirchener Geschäftsstelle von Dirk Alfken und Rolf Biermann beteiligt. „Wir wollen ehrenamtliches Engagement unterstützen, deshalb haben wir fünf Nähmaschinen für die Flüchtlingshilfe gespendet“, erklärt Alfken.

Eifrig dabei ist auch Abira aus Syrien: „Ich nähe eine Tasche, das geht schon ganz gut, aber ein bisschen Hilfe brauche ich noch“, lächelt sie und schaut zu Ina Vorring, die ihr bei Bedarf zur Hand geht. „Wir sind fünf Nachbarinnen, die sich mit um geflüchtete Menschen in der Unterkunft am Lötscher Weg kümmern und ich mache auch gern hier beim Nähen mit“, sagt Vorring. „Die Frauen erzählen natürlich von ihren Schicksalen, wie es beim Deutschkurs oder in der Schule klappt und wir erzählen von uns“, schildert Vorring das Miteinander. Schmitz fügt hinzu: „Wir lernen auch etwas. Zum Beispiel wusste ich nich

t, wie man ein zweiteiliges Kopftuch näht.“

(Report Anzeigenblatt)