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Humanitärer Einsatz für Kinder

Humanitärer Einsatz für Kinder
Hilfe in Tasschikistan: Dr. Hartwig Broer unterstützte das Projekt "Tajik Aid" bereist zum sechsten Mal. FOTO: Krankenhaus Nettetal
Nettetal. Dr. Hartwig Broer, Oberarzt der Anästhesie des Nettetaler Krankenhauses, unterstützte wiederholt das Hilfsprojekt der Organisation Tajik Aid. Bereits zum sechsten Mal war er als Narkose-Arzt vor Ort in Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans. Von der Redaktion

Ein deutsch-österreichisches Team von Krankenschwestern, Ärzten aus verschiedenen Fachdisziplinen und einer Logopädin nahm im Zuge des humanitären Einsatzes Operationen an Kindern mit angeborenen Mund-Kiefer- und Gesichtsmissbildungen vor. Insgesamt konnten die Helfer mehr als 30 Kinder vor allem mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten versorgen, zudem aber auch Patienten mit anderen Kiefer- und Gesichtsfehlbildungen. Gründer der Organisation ist der Kempener HNO-Arzt Dr. Martin Kamp, der seit 2009 für ehrenamtliche Einsätze in Tadschikistan sorgt.

Vorrangiges Ziel von Tajik Aid ist derzeit der Aufbau eines Kompetenzzentrums für Spaltenchirurgie in Tadschikistan. Hier würde die operative Therapie aller Patienten mit diesen Fehlbildungen im Land gebündelt werden. Die einheimischen Operateure sollen dann mittelfristig in der Lage sein, ihre Patienten auf hohen medizinischen Standards selbst zu behandeln. Dazu zählt nicht allein die Operation, auch die HNO-ärztliche Versorgung und die kieferorthopädische und logopädische Behandlung sowie die Versorgung mit Hilfsmitteln sind dabei sehr wichtig.

Die ersten Schritte sind bereits getan: Nach einer kompletten Renovierung der gesamten Station im letzten Jahr und des Aufbaus eines modernen OP-Trakts sind jetzt wichtige Geräte für die Eingriffe vorhanden. So stellt eine zentrale Sauerstoff-Produktions-Anlage die Versorgung mit Sauerstoff sicher. Zudem wurde eine Klimaanlage installiert und OP-Equipment wie OP-Tische, Narkosegeräte, Überwachungsmonitore günstig angeschafft. "Gleichzeitig gelang es uns, die Kenntnisse einiger einheimischer Operateure und Anästhesisten weiter zu vertiefen", so Dr. Broer. "Es ist ein gutes Gefühl, die stetige Entwicklung mit zu verfolgen. Zunehmend führt einheimisches Personal immer komplexere Eingriffe unter Beobachtung und Assistenz durch unsere Operateure durch." Aufgrund der besseren Bedingungen im OP konnte das Team diesmal zudem vermehrt sehr kleine Kinder operieren, was im Vorjahr aufgrund der Verhältnisse nicht möglich war.

Unterstützung erhielt das Team durch die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die deutsche Botschaft in Duschanbe sowie durch die Nettetaler Hilfsorganisation Human Plus, die beim Transport von Medikamenten und Materialen behilflich war und gleichzeitig Equipment stellte.

(Report Anzeigenblatt)