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Hanf statt Champignons

Hanf statt Champignons
Im August vergangenen Jahres entdeckte die Polizei auf einer ehemaligen Champignonfarm an der Buschstraße in Kaldenkirchen eine professionell betriebene Hanfplantage. FOTO: Archiv Ahlen
Kaldenkirchen/Düsseldorf (hei). Die Düsseldorfer Polizei präsentierte am Mittwoch einen kapitalen Fang: Zwillingsbrüder aus Heerdt hatten im großen Stil mit Drogen gehandelt. Von Heike Ahlen

„Im Rahmen von Ermittlungen in anderer Sache stießen die Einsatzkräfte der Polizei am Mittwochvormittag auf eine professionell betriebene Hanfplantage auf der Buschstraße in Kaldenkirchen“ – so begann eine Pressemeldung der Kreispolizeibehörde Viersen, die sich auf den Morgen des 10. August 2016 bezog. Dass die Ursache für den Zugriff auf der ehemaligen Champignonfarm in Düsseldorf zu suchen sei, sickerte durch, aber mehr wollte die Polizei damals nicht preisgeben.

Jetzt haben die Düsseldorfer Ermittler ihre Arbeit abgeschlossen und berichteten von dem Zusammenhang, in dem der Einsatz in Kaldenkirchen damals stand.

Zwillingsbrüder (33) hatten in Düsseldorf-Heerdt einen Gemüsegroßhandel betrieben. Gleichzeitig gab es an der Buschstraße in Kaldenkirchen auf einem etwas heruntergekommenen Gelände in der Nähe der Forstbetriebsgemeinschaft eine Champignonzüchterin, der es finanziell nicht so gut ging. Hanf anzubauen war für sie dann zunächst lukrativer als Champignons. Bis zu dem Tag im August, als die Polizei kam. Aus den da sichergestellten Pflanzen hätte man 75 Kilo Marihuana herstellen können.

Die Tarnung mit Gemüse, das in Lastwagen quer durch Deutschland gebracht wird, schien lange perfekt. Es war wohl ein kleiner Dealer, der „auspackte“ und dem es gelang, die Polizei zu überzeugen, dass die unglaubliche Geschichte eben kein Krimi, sondern Wirklichkeit war.

Auf die Beteiligten warten nun Gerichtsverfahren. Bei den Zugriffen in Düsseldorf wurden etwa 20 Kilo verschiedenster Rauschgifte sichergestellt, außerdem fanden die Ermittler Bargeld in größeren Mengen und vieles für ein Leben mit gehobenem Standard – Autos, Motorräder, Uhren. Insgesamt wurden Sachwerte im Wert von etwa 500 000 Euro beschlagnahmt.

(Report Anzeigenblatt)