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Grüne Stadt immer grauer

Grüne Stadt immer grauer
Guido Gahlings, Bündnis 90/ Die Grünen, im geo-hydrologischen Wassergarten. FOTO: Joachim Burghardt
Nettetal. Früher war mehr Gras: „Um und in Nettetal ist zwar viel Grün, in den bebauten Ortsteilen aber wird die Stadt immer grauer“, beklagt Guido Gahlings. Von Joachim Burghardt

Der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt- und Klimaschutz sorgt sich um die zunehmende Bodenversiegelung, führt als Beispiel er den Trend an, „in Gärten und Vorgärten Gras oder Bodendecker durch grauen Schotter zu ersetzen sowie Hecken und Sträucher durch sterile Plastikzäune“.

Bodenversiegelung also. „Es geht darum, dass Wasser von immer mehr versiegelten Flächen in die Kanalisation abfließt, dadurch sinkt der Grundwasserspiegel, die Böden trocknen aus, Lebensräume im Kleinklima verschwinden, die Hochwassergefahr steigt“, malt der Grünen-Fraktionschef die schlimmsten Folgen aus. Abgesehen von Straßen und Parkplätzen nehme die Versiegelung auf Privatgrundstücken zu: „Das kann so nicht weitergehen!“

Den Stein ins Rollen brachte die SPD, die eine neue Bestandsaufnahme versiegelter Flächen in Nettetal veranlassen wollte. Dazu kommt es zwar nicht, doch nun wollen sich alle Fraktionen des Themas annehmen. Auch bei der Stadtverwaltung ist die Klage zu hören, dass die „versiegelten Flächen deutlich zugenommen haben“.

Dazu Stadtkämmerer Norbert Müller: „Wir können kaum kontrollieren, ob jemand auf seinem Grundstück nachträglich Flächen versiegelt.“ Im „Zuge der Gebührengerechtigkeit“ müsse sich eigentlich auch jeder Bürger bei der Stadt melden, der in seinem Garten „Schotter mit Folie darunter“ verlegt – denn diese Maßnahme gilt als Versiegelung, für die Gebühren fällig werden.

Dabei geht es um die Niederschlagswassergebühren nach dem Grad der Versiegelung und um „Gebühren für die Abwasserkanäle“, wie Peter Funken vom städtischen Abwasserbetrieb ergänzt. Doch Gebühren sind nur ein Aspekt bei der Bodenversiegelung – Norbert Müller: „Es geht ja auch um Fragen der Ökologie.“

Genau da setzen die Politiker an, appellieren ans Umweltbewusstsein der Bürger, Guido Gahlings schildert die Folgen von immer mehr Schotter in Gärten: „So werden Insekten, Spinnen, Vögeln und anderen Tieren Lebensräume weggenommen, die Bedeutung selbst von Vorgärten oder Balkonen mit Pflanzen für die Kreisläufe in der Natur wird leider oft unterschätzt.“

Gahlings empfiehlt deshalb einen Besuch im geo-hydrologischen Wassergarten mit interaktiver Schauanlage zur Bodenversieglung: „Hier kann man prima testen, welche Bodenmaterialien das Wasser gut durchlassen und welche nicht.“

(StadtSpiegel)