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Gerade gepflanzt, schon gefällt

Gerade gepflanzt, schon gefällt
Guido Gahlings, Marcus Ploenes, Stefan Russmann, Andrea Brönner und Christian Küsters (alle Bündnis 90/ Die Grünen) machten mit einer Plakataktion aufmerksam. Heike Wendnagel (Dritte von links) aus der Bürgerschaft unterstützte die Aktion. FOTO: Uli Rentzsch
Nettetal. Mit einer Protestaktion machte Bündnis90/ Die Grünen an der Von-Bocholtz-Straße in Lobberich auf sich aufmerksam. Die Grünen zeigten sich sehr enttäuscht über die Entscheidung aus dem Planungsausschuss, jetzt alle Platanen vor dem ehemaligen Hertie-Gebäude zu fällen. Die Bäume seien jung und gesund. Mit etwas gutem Willen könnten einige der Bäume mit in die Neugestaltung einbezogen werden. Von Uli Rentzsch

Gerade mal vor 40 Jahren sind die Platanen gepflanzt worden. Für einen Baum befinden sich die Bäume im "zarten Jugendalter". Mit Kordel "bewaffnet", eben nicht mit Reißzwecken, stehen Mitglieder von Bündnis90/ Die Grünen vor den Platanen an der Von-Bocholtz-Straße. Nun binden sie die Schilder an die Stämme und lassen die Bäume sprechen: "Ich würde grün wählen. Alle anderen Parteien wollen mich fällen."

Stimmt. Die Platanen vor dem ehemaligen Hertie-Gebäude sollen gefällt werden. Zunächst einige, jetzt aber alle. Die Grünen machen ihrem Unmut Luft: "Uns ärgert vor allem die Salamitaktik. Zu Beginn der Neubaumaßnahme wurde um Zustimmung für die Fällung von drei Platanen für die Bedienung der Baustelle gebeten. Dann gab es auf einmal Pläne, dass alle Bäume weg sollen."

Bürgerin Heike Wendnagel ärgert sich. Es passe nicht zusammen, dass die Stadt für Tourismus wirbt und dann Bäume fällt. Es sehe eher so aus, dass ein Investor seinen Plan durchzieht. Ratsmitglied Marcus Ploenes ergänzt: "Welchen Nutzen hat es, wenn die Bäume weg sind?" Man könne durchaus den Eindruck haben, dass die Stadt Bäume pflanzt, um sie 40 Jahre später wieder zu fällen.

Dabei seien immer noch Alternativen zur Fällung möglich. Die Stadt plant eine Anpassung der Bürgersteige an die Fußgängerzone. Das ist durchaus sinnvoll, denn die roten Steine haben sich über die Zeit gehoben oder gesenkt und können zu Stolperfallen werden. "Aber es gibt technische Möglichkeiten, beispielsweise eine Anhebung des Bürgersteigniveaus, um einige Bäume zu retten", sagt Andrea Brönner von den Grünen.
Mit der Aktion wollen die Grünen die Bevölkerung vor allem sensibilisieren. Denn schon stehe eine nächste Fällung zur Diskussion, sagt Matcus Ploenes. Die Eichen an der Lobbericher Nordstraße sind in Gefahr.

(StadtSpiegel)
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