| 15.01 Uhr

Es wird eng für die Platanen

Es wird eng für die Platanen
Eigentlich ein angenehmer Anblick, doch auf der rechten Seite wird es für Fußgänger eng. Deshalb sollen die Platanen gefällt und durch kleinere Bäume ersetzt werden. FOTO: J.Burghardt
Nettetal. Kleiner Hindernislauf gefällig? Dann auf zur Von-Bocholtz-Straße in Lobberich: „Starke Verwerfungen“ durch Baumwurzeln im Boden machen den Gehweg zwischen Post und Ampel zur Stolperfalle, warnt Susanne Fritzsche, Technische Beigeordnete der Stadt Nettetal. Von Joachim Burghardt

Zwischen den großen Platanen, Laternenpfählen und Bauzäunen ist es laut Nettetals Technischer Beigeordnete stellenweise „sehr eng, auch weil da Radler fahren, was sie eigentlich nicht dürfen“. Die Lösung, so der Plan: Bäume weg, Gehweg neu, kleinere Bäume pflanzen.

Die Platanen wirkten einst wie eine kleine Allee vor dem Hertie-Kaufhaus. Doch Hertie, seit 2009 leer stehend, wurde im Frühjahr abgerissen, dort wird ein Fachmarktzentrum gebaut. Noch ist die Fassade des Rohbaus mit Holz verkleidet, aber Banner verraten schon: Im Herbst werden Netto Marken-Discount und Rossmann Drogeriemarkt sowie voraussichtlich ein Bekleidungsgeschäft eröffnen.

So froh man in Nettetal ist, dass die heruntergekommene Hertie-Immobilie weg ist und möglicherweise neue Arbeitsplätze entstehen, so gibt’s doch auch Bedenken: „Es muss sich erst mal zeigen, ob wir in der Innenstadt von Lobberich wirklich noch einen Discounter verkraften können“, meint Thomas Leuf. Der Vorsitzende des Werberings Lobberich weiß von Einzelhändlern, die ein Supermarktprojekt vor der Fußgängerzone „ungünstig finden“.

Einig sind sich freilich alle in einem Punkt: „Endlich ist die Schrott-Immobilie weg, dieser Schandfleck!“, wie es ein Stadtverordneter formulierte.

Aus Hertie wird Netto, dahinter die Ludbach-Passage mit Kaufland, daneben wird aus dem ehemaligen Kino ein Kaufhaus mit mehreren Geschäften – Lobberich scheint sich zu mausern. Dazu Leuf: „Wir hoffen alle auf einen positiven Effekt auch für die Einzelhändler in der Fußgängerzone, aber eine gewisse Skepsis bleibt.“

Und dann müssen ja auch noch Platanen weg und durch „neue Bäume, vielleicht Linden“, sagte Fritzsche, ersetzt werden. So schnell freilich wird die Neupflanzung das Stadtbild nicht prägen – Fritzsche: „Es wird eine Zeit dauern, bis die Bäume groß sind.“

1944 eröffnete in Lobberich zunächst Karstadt, daraus wurde Hertie, dann die Pleite und 2009 die Schließung. Jahre lang verfiel das Gebäude, komplizierte Eigentumsverhältnisse an der Immobilie verhinderten eine schnelle Neuplanung. 2015 trat Ten Brinke als Investor auf.

(StadtSpiegel)