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Erstes inklusives Wohnhaus

Erstes inklusives Wohnhaus
In Lobberich entsteht ein Apartmenthaus der Lebenshilfe Kreis Viersen.
Nettetal. Ein in der Stadt einzigartiges Wohnprojekt wird Wirklichkeit: Die Lebenshilfe Kreis Viersen feierte jetzt Richtfest für das Apartmenthaus an der Görresstraße 28 in Lobberich. Der Rohbau steht, im September sollen dort, und das ist das Besondere, Mieter mit und ohne Behinderungen einziehen können. Von Joachim Burghardt

Als „innovatives und inklusives Wohnprojekt“ lobte Nettetals Erster Beigeordnete Armin Schönfelder die Initiative der Lebenshilfe. Rat und Verwaltung seien dankbar für dieses neue Wohnangebot: „Wie von selbst werden Bewohner mit und ohne Handicap zueinander finden.“

Dafür investiere die Lebenshilfe 2,5 Millionen Euro, erläuterte bei der Feierstunde Christina Minten vom Lebenshilfe-Vorstand; knapp 630.000 Euro betrage der Eigenanteil, dazu kommen öffentliche Fördermittel.

Das neue Haus, entwickelt vom Viersener Architekturbüro Dewey und Blohm-Schröder, wird anstelle der zwei abgerissenen alten Lebenshilfe-Gebäude für Menschen mit geistigen Behinderungen gebaut. Einige der ehemaligen Bewohner, vorübergehend in anderen Einrichtungen untergebracht, werden in den Neubau einziehen.

Auf rund 780 Quadratmetern Wohnfläche entstehen im Erd-, Ober- und Dachgeschoss des Flachbaus sechs Wohneinheiten, darunter eine Wohngruppe für sechs und eine für fünf Mieter, eine Wohnung für zwei Personen und zwei Ein-Personen-Wohnungen, dazu kommen Gemeinschaftsräume und Balkone.

Beim Richtfest gab’s Beifall für den launigen Trinkspruch des Lebenshilfe-Bewohners Jürgen Cox von den vielen Gästen aus Politik, Kommunen und Verbänden, darunter auch Mietinteressenten. „So ein schönes Projekt ganz in der Nähe, das wäre was für unsere Tochter, die jetzt in einer Lebenshilfe-Einrichtung in Viersen wohnt“, meinte ein Kaldenkirchener Familienvater. Lebenshilfe-Bereichsleiterin Anja Nowacki erläuterte, die Nachfrage sei bereits sehr groß.

(StadtSpiegel)