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Erfahren, was Schicksalsschläge sind

Erfahren, was Schicksalsschläge sind
Begegnungen mit Flüchtlingen – dieses Projekt kam bei den Schüler offensichtlich gut an. FOTO: Stadt Nettetal
Nettetal. Bereits zum dritten Mal fand das Projekt „Begegnung mit Flüchtlingen“ in Nettetal statt. Bei diesen Veranstaltungen treffen sich Schülerinnen und Schüler mit drei Flüchtlingen, um mehr über die Menschen zu erfahren, die einen beschwerlichen Weg hinter sich haben und oft harte Schicksalsschläge erleben mussten. Von der Redaktion

In einer offenen Diskussions- und Gesprächsrunde haben die Teilnehmer die Möglichkeit, mit den Flüchtlingen über die Beweggründe für eine Flucht, das Leben hier in Nettetal, aber auch die Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft zu sprechen. Ebenso können die Flüchtlinge Fragen an die Schülerinnen und Schüler stellen. Häufig wird dabei nach der Meinung der Jugendlichen zum Thema „Flüchtlinge“ gefragt oder aber welche Vorstellungen sie von ihrer Zukunft haben.

Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung durch den Ehrenamtler Ümit Esen und die Sozialarbeiter der Stadt Nettetal, die jede Veranstaltung begleiten und moderieren. Gerade vor dem Hintergrund, dass die aktuelle Flüchtlingssituation besonders in den sozialen Netzwerken diskutiert wird, wo sich die junge Generation im Alter von 13 bis 18 Jahren „trifft“, war es den Verantwortlichen wichtig, den Jugendlichen zu zeigen, welche Menschen und Schicksale hinter den Flüchtlingen stecken. Die Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme, Vorurteile und Ängste sollen verringert sowie ein Anstoß zur individuellen Meinungsbildung gegeben werden. Ebenso werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie sich selber ehrenamtlich für die Flüchtlinge einsetzen können, das Interesse für sozialpolitische Themen wird ebenfalls geweckt.

Die vergangenen Veranstaltungen im Werner-Jaeger-Gymnasium und im Berufskolleg Lobberich sowie an der Gesamtschule Nettetal haben gezeigt, dass das Interesse der Schülerinnen und Schüler groß ist. Rund 60 bis 80 junge Menschen nahmen pro Begegnung teil, die Vorbereitung wurde durch die Schüler (Klassen oder Projektgruppen) selbst organisiert. Im Unterricht bereiten sie sich dann gemeinsam mit ihrem Lehrer auf die Begegnung vor, stellen Fragen zusammen und erarbeiten Daten und Hintergrundinformationen zum Thema Flüchtlinge in Deutschland und in Nettetal.

Das Engagement bei der Vorbereitung sowie der Ablauf der Gespräche zeigen, dass die Jugendlichen offen für das sensible Thema sind und sich gerne auch selbst einbringen möchten. Für die Zukunft sind regelmäßige Veranstaltungen dieser Art an Nettetals weiterführenden Schulen geplant.

(StadtSpiegel)