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Die Saison der Brombeere

Die Saison der Brombeere
Im warmen Glashaus eine anstrengende Arbeit: Gerade jetzt ist Hochsaison für die Brombeerernte. FOTO: Uli Rentzsch
Nettetal. Blau-schwarz werden sie, saftig schmecken sie, gesund sind sie: Jetzt, im Juli, beginnt die Haupterntezeit der Brombeeren. Wir besuchen den Heyman-Hof im Dyck. Denn hier werden nicht nur Erdbeeren und Spargel geerntet, sondern auch Brombeeren. Von Ulrich Rentzsch

Jetzt, im Juli, gibt es richtig viel zu tun. Nicht, dass man auf dem Erdbeer- und Spargelhof Heyman im Lobbericher Dyck nichts zu tun hätte. Aber im Juli wollen die Brombeeren geerntet werden. Walburga Heyman, seit sechs Jahren Inhaberin des Hofes, weiß, dass es jetzt richtig anstrengend wird für ihre Mitarbeiter. "Im Glashaus wird es jetzt nochmal viel wärmer sein", sagt sie. Schließlich ist Sommer.

Von Juli bis September, wenn die Brombeeren geerntet werden müssen, helfen rund 20 Mitarbeiter. Überwiegend kommen die Helfer aus Polen. Einheimische Arbeiter findet sie selten, die bei der Brombeerernte helfen wollen. Den Grund ahnt sie auch: "Es ist anstrengend, gerade im Hochsommer." Und ergänzt: "Wir kennen unsere Mitarbeiter seit Jahrzehnten." Meist arbeiteten im Dyck ganze Familien, eine Fluktuation, einen Wechsel unter den Erntehelfern gebe es kaum.

Neben den hohen Temperaturen kommt doch noch eine weitere Hürde auf die Mitarbeiter zu, oder? Brombeeren sind doch stachelig? "Nein, nein", winkt Vater Konrad Heyman ab, " die Brombeeren sind veredelt und haben keine Stacheln mehr." Gepflückt wird also von Kulturbrombeeresträuchern. Zwei bis vier Kilo Brombeeren können vom Quadratmeter geerntet werden, viermal am Tag wird das blau-schwarze Obst bewässert, Unkraut muss per Hand entfernt werden. Und: Mehrere Hummelvölker sorgen für Fruchtbarkeit.

Die Ernte selbst ist echte Arbeit mit der Hand. Gleich nach dem Pflücken werden die Beeren in kleine Plastikschälchen gelegt und gewogen – 125 Gramm je Schälchen – dann kommt ein Deckel oben drauf. Anschließend werden die Schälchen etikettiert. Die Brombeeren werden erst in Kartons, dann auf Paletten gepackt, kommen ins Kühlhaus und werden schließlich erst nach Herongen, dann in die Zentrale der Lebensmittelketten nach Roisdorf bei Bonn gebracht.

"Einen Teil behalten wir natürlich für unseren Hofladen", erklärt Walburga Heyman. Und hier können sich die Kunden auch Rezepte-Tipps abholen: leckerer Pfannkuchen, feine Marmeladen, Krümelkuchen – oder vielleicht auch ein Likörchen.

(StadtSpiegel)
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