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Der Wald bleibt noch tabu

Der Wald bleibt noch tabu
Gemeinsame Aufräumarbeiten am Viersener Plenzenbusch: Freiwillige Feuerwehr und Städtische Betriebe. FOTO: Uli Rentzsch
Viersen. Die Stadt Viersen richtet ihren eindringlichen Appell weiterhin an alle Bürger – gleich, ob Jogger, Wanderer, Hundefreunde oder Schaulustige: Noch gilt im gesamten Stadtgebiet ein Betretungsverbot der Wälder. Es sei einfach noch zu gefährlich, betonte Markus Kampe, Fachbereichsleiter der Städtischen Betriebe. Von Ulrich Rentzsch

Ein schönes Durcheinander: Die Arbeiten am Plenzenbusch werden noch einige Zeit dauern. So lange gilt – wie überall in Viersen – ein Waldbetretungverbot.

Vor Ort – das heißt in diesem Fall im Feuerwehrgerätehaus an der Berliner Höhe – wollen die Feuerwehr und die Städtischen Betriebe Viersen ihre Zusammenarbeit näher erläutern. Direkt nebenan liegt der Plenzenbusch, ein kleines, überschaubares Waldstück, das durch das Sturmtief Friederike massiv geschädigt wurde. Hier auf der Höhe liegen Stämme, Äste und Grün wahllos durcheinander. Insbesondere die Wehrleute werden im Umgang mit der Kettensäge und anderem Aufräumgerät geschult. Das bietet sich gerade am Plenzenbusch an: gute Voraussetzungen also.

Auch für den Plenzenbusch gilt ein Betretungsverbot. Wer sich dem unbedingt widersetzen muss, der kommt natürlich an der Absperrung am Fuße der kleinen Anhöhe vorbei. "Aber wir können nicht jeden Wald komplett umzäunen", sagte Markus Kampe.

 Mit ruhigen Worten erklärt Georg Hexels die Sachlage in Viersens Wäldern. Der Forstwirtschaftsexperte der Städtischen Betriebe Viersen kennt die 500 Hektar Wald aus dem Eff-Eff. "Der Wald in Viersen ist hoch frequentiert", sagt er, "er gilt vor allem als Erholungswald. Unser Fokus liegt natürlich auf der Verkehrssicherheit." Und genau die sei noch längst nicht in allen Bereichen gegeben.
Mitten im Gespräch klingelt sein Mobiltelefon: "Notfall in Schick, dieses Problem müssen jetzt die Kollegen lösen."
Um alle möglichen Gefahrenquellen optimal zu trainieren, dafür bietet der Plenzenbusch den optimalen Ort. Zehn Motorsägen, ein Schlepper mit Seilwinde und weiteres Gerät sind im Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Viersen und die Städtischen Betriebe tauschen hier intensiv ihre Erfahrungen aus. Hans-Jürgen Thevessen, Stadtbrandgutachter und stellvertretender Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Viersen, begrüßt die Kooperation: "Wir haben das Schulungsangebot gerne angenommen. So werden wir optimal an gefährliche Situationen herangeführt." Es sei eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Das Ziel sei eine gute Ausbildung, um für Großereignisse gerüstet zu sein.
Markus Kampe, Fachbereichsleiter der Städtischen Betriebe, appelliert nachdrücklich an den gesunden Menschenverstand. Immer noch können Bäume fallen, die von Sturmtief Friederike vorgeschädigt sind. Dazu brauche es nicht noch einmal solch ein Sturmtief, auch eine ganz normale Böe könne einen Baum stürzen lassen. Die Waldwege seien offiziell gesperrt. Doch dieses Verbot werde nicht respektiert.
Die Stadt werde mitteilen, wann der Viersener Wald wieder genutzt werden kann.

(Report Anzeigenblatt)