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Der Scheich und das Picknick

Nettetal (ur). Offensichtlich hatte Scheich Mohammed Bin Raschid al-Maktum aus den Vereinigten Arbischen Emiraten Lust auf ein Picknick. Letztendlich fiel seine Wahl auf einen Platz am Krickenbecker Schloss, mitten im Naturschutzgebiet. Jetzt ist, gelinde gesagt, der Teufel los. Von Ulrich Rentzsch

Der Scheich ist wieder weg, aller Müll entsorgt. Eigentlich könnte alles prima sein in Nettetal. Doch auf der politischen Bühne rumpelt es: Die Fraktion von Wir in Nettetal (WIN) hatte mit einer Pressemitteilung den Stein losgetreten und die ganze Angelegenheit in die Öffentlichkeit getragen. Rund 25 Personen, knappe zwei Stunden, das Gelände nahe Schloss Krickenbeck wurde vom Baubetriebshof (unterstützt von Flüchtlingen) gemäht, Zelte wurden aufgebaut, alle etwaigen Kosten soll der Scheich komplett ausgleichen.

WIN berichtete in einer ersten Stellungnahme vom 4. August, dass Armin Schönfelder, Erster Beigeordneter der Stadt, die Fraktionen im Rat erst im Nachhinein vom Besuch des Scheichs informierte. Dann legte WIN am vergangen Montag nach: „Unser Unmut richtet sich natürlich nicht gegen den Scheich, ..., sondern gegen die Art und Weise wie die Stadt Nettetal, insbesondere der Ersten Beigeordneten der Stadt, Armin Schönfelder, bei dieser Angelegenheit vorgegangen ist. Durch seine selbstherrlichen Entscheidungen ist er für mögliche Gesetzesverstöße, Unwahrheiten und einen möglichen Imageschaden für die Stadt Nettetal verantwortlich.“

Auch Almut Grytzmann-Meister, Vorsitzende des BUND Kreis Viersen, sieht vor allem den Naturschutz gefährdet und fragt Bürgermeister Christian Wagner: „Außerdem gilt es klarzustellen, wer diese unsäglichen Entscheidungen bei Ihnen zu verantworten hat, wer für die rechtlichen Folgen zur Rechenschaft gezogen wird und welche Konsequenzen Sie als Bürgermeister daraus ziehen werden.“

Bürgermeister Christian Wagner räumte ein, dass der erste Eindruck, es stünde möglicherweise ein offizieller Termin des Scheichs in Betracht, sich letztendlich nicht bewahrheitet habe. „Nach Menschenverstand hat aber kein Tier Schaden genommen, Mehrarbeiten der Stadt waren im vertretbaren Rahmen“, sagte Wagner.

Die Argumentationen der WIN-Fraktion halte er jedoch für übertrieben und wies sie vor allem in Bezug auf die Kritik am Ersten Beigeordneten zurück.

(StadtSpiegel)