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Aus Alt mach ganz Neu

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Die Vorstandssprecherin der Baugesellschaft Nettetal AG, Susanne Fritzsche und Aufsichtsratsvorsitzender Marcus Optendrenk weihten in Kaldenkirchen ein Mehrfamilienhaus ein. FOTO: Björn Rudakowski
Kaldenkirchen. Die Baugesellschaft Nettetal AG als Bauherr und das Kempener Architekturbüro Udo Thelen in der Bauleitung konnten nach 16-monatiger Bauzeit, am 1. Mai, ein Mehrfamilienhaus in Kaldenkirchen bezugsfertig präsentieren. Von Björn Rudakowski

Zehn Wohneinheiten von 55 bis 91 Quadratmetern Wohnfläche stehen den Mietern zur Verfügung. Die Wohnungen sind überwiegend barrierearm gestaltet und die nach Süd-West ausgerichtete Gartenanlage wird mit einer Wildblumenwiese und Bäumen bepflanzt. Die Kosten des Gebäudes belaufen sich auf 2,3 Millionen Euro inklusive der Grundstückskosten. Der Baugesellschaft standen für die Umsetzung keine Fördermittel zur Verfügung. Neben 700.000 Euro Eigenkapital floss ein Darlehen von 1,6 Millionen Euro in das Bauvorhaben ein. 

Monika Janssen ist Anwohnerin an der Steyler Straße 115a und war mit ihrem Ehemann Gast bei der Einweihungsfeier. Sie hat aus nächster Nachbarschaft den Neubau verfolgen können. "Früher war hier ein alter Bauernhof mit einem Schuppen", berichtet sie. Das Grundstück, auf dem lange Zeit der unbewohnte Hof inmitten eines brachen Feldes stand, nannten die Kaldenkirchener liebevoll "Et Höffke". Hier steht nun der architektonisch anspruchsvolle Neubau. Schwermütige Nostalgie kam jedoch bei den Gästen nicht auf. Für viele alteingesessene Familien aus Kaldenkirchen werde es immer schwerer, für ihre Kinder und Enkelkinder neue Wohnungen in der Grenzstadt zu finden, berichten Anwohner der Steyler Straße.

Die "Baulückenschließung", wie man die Erschließung von brachem Baugelände städteplanerisch bezeichnet, ist auf der Steyler Straße vollends gelungen. Elisabeth und Alfred Szillat wohnen seit wenigen Tagen in einer 75 Quadratmeter großen Wohnung des Mehrfamilienhauses. "Als wir hörten, dass auf der Steyler Straße barrierearme, neue Wohnungen entstehen, haben wir uns sofort gemeldet," sagt die 70-jährige selbstständige Schneiderin, die zuvor mit ihrem Ehemann nur wenige hundert Meter entfernt wohnte. "Wir wollten uns im Alter was Gutes tun", freut sich das Ehepaar. "Es gehört zu einer meiner angenehmen Aufgaben, wenn man mit der Zusammenarbeit des Rates den Bürgern etwas Sinnvolles zurückgeben kann", sagt Markus Optendrenk, Aufsichtsratsvorsitzender der Baugesellschaft.