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Über die regionalen Grenzen bekannt

Nettetal. „Es war letztlich eine logische Konsequenz der Entwicklungen der letzten Jahre“, freut sich Jörg Schneider, Geschäftsführer des Nettetaler Krankenhauses, über die Ernennung von Robert Karadjian zum Chefarzt des Zentrums für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (ZSE). Von der Redaktion

Der Bereich der Schulterchirurgie etablierte sich zunehmend im Nettetaler Krankenhaus und wuchs unter der Obhut von Robert Karadjian über die letzten 20 Jahre mit stetig steigender Tendenz. Waren es im Jahr 1997 noch rund 25 Schultern, die er im Jahr operierte, weist Karadjian jetzt über 1 060 Eingriffe jährlich vor. Damit steht er weit oben auf der Liste der Operateure mit den meisten Erfahrungen deutschlandweit.

Die Notwendigkeit der Operationen wird nach strengen internen Kriterien geprüft, um vermeidbare Eingriffe auszuschließen. Sorgfalt und Qualität stehen dabei stets im Zentrum der Behandlung. Sieben- bis achtmal täglich steht der neue Chefarzt durchschnittlich im OP. Im Anschluss folgt eine intensive persönliche Betreuung aller Patienten auf den Stationen. Darüber hinaus bietet er den Betroffenen drei Sprechstunden in der Woche an. „Manchmal denken wir, er hat gar kein Zuhause“, scherzt eine Mitarbeiterin des Hauses. So unermüdlich sei der Einsatz von Karadjian für seine Patienten.

Der Anteil an Schulteroperationen ist im Nettetaler Krankenhaus erheblich höher als im bundesweiten Durchschnitt der Krankenhäuser. „Die Schulterchirurgie hat sich in unserem Zentrum für Arthroskopie und Endoprothetik neben den Knie- und Hüfteingriffen dank des Engagements von Herrn Karadjian zu einem weiteren Schwerpunkt etabliert“, sagt Schneider. So sei die Gründung eines eigenen Zentrums für Schulter- und Ellenbogenchirurgie ein konsequenter Schritt, um die Weiterentwicklung in dem Bereich sicherzustellen. Das Zentrum für Arthroskopie und Endoprothetik wird weiterhin von Chefarzt Dr. Enno Steinheisser geleitet.

Inzwischen ist Karadjian weit über die regionalen Grenzen bekannt. So nehmen Patienten teilweise eine lange Anreise und Wartezeiten in Kauf, um sich von dem Nettetaler Spezialisten behandeln zu lassen. „Es gibt keine bessere Anerkennung als die Mund-zu-Mund-Propaganda seitens zufriedener Patienten“, sagt Karadjian. Als unterhaltsames Beispiel berichtet er über eine Patientin, die eine sehr lange Anfahrt in Kauf nahm und auf wärmste Empfehlung einer ihr unbekannten Urlauberin auf Mallorca nach Nettetal kam, um sich hier operieren zu lassen. Karadjian selbst bekam das Gespräch an einem Nebentisch auf der Insel mit. „Sowas freut mich natürlich und macht mich auch ein wenig stolz.“

Hochmotiviert tritt er seine neue Aufgabe an. „Im Zentrum unserer Tätigkeit steht nach wie vor das Wohl des Patienten. Dafür werden wir uns weiterhin verbessern. Eine der nächsten Aufgaben ist die Verkürzung der momentan langen Wartezeiten auf einen Termin in der Schultersprechstunde“, bestätigt er voller Tatendrang.

Robert Karadjian ist seit 1994 als Chirurg im Nettetaler Krankenhaus tätig. 1997 wechselte er von der Allgemeinchirurgie in die Abteilung für Arthroskopie und Endoprothetik, in der er ein Jahr später zum leitenden Oberarzt bestellt wurde. Karadjian ist 54 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Nettetal.

(StadtSpiegel)